Er ist einer der letzten Verteidiger des Bankkundengeheimnisses. Den automatischen Informationsaustausch nennt er inakzeptabel. Die deutschen Avancen erinnern ihn ans Faustrecht. Und die westlichen Demokratien sieht er auf dem Weg zu totalen Staaten. Ein grosses Gespräch mit dem eidgenössischen Datenschützer Hanspeter Thür.
Von René Scheu, Hanspeter Thür
Herr Thür, beginnen wir mit dem Bekenntnis: Steht der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte im Jahre 2012 immer noch hinter dem schweizerischen Bankgeheimnis?
Ich stehe zu 100 Prozent hinter dem Bankgeheimnis als Schutz der Privatsphäre der Bankkunden. Allerdings muss ich sogleich präzisieren: Genau jene, die das Prinzip in Anspruch nehmen, haben es mit ihrem Geschäftsverhalten ad absurdum geführt.
Sie meinen die Banken. Aber wie Sie sagen: Das Bankgeheimnis ist
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Sein Verlag bewirbt Matthias Nawrats Romandebüt als Zeugnis der «Generation der Unentschlossenen». Aber: gibt es diese Generation überhaupt? Und wenn ja: was macht sie aus? Der Newcomer aus Biel über den «Zwang zur Freiheit», die Luxusprobleme der «Twentysomethings» und die Lösung für alle Probleme: den Würfel.
Von Michael Wiederstein, Matthias Nawrat
Matthias, hältst du dich für «unentschlossen»?
Ich wäre wohl kein Schriftsteller, wenn ich unentschlossen wäre – man braucht einen starken Willen, wenn man all diese Jahre des einsamen Arbeitens an einer fixen Idee durchstehen will. Allerdings, so viel stimmt, ist das Schreiben für mich auch ein Ausweg aus einer Art der Unentschlossenheit. Ich wusste zwar nach dem Abitur, dass ich viele Möglichkeiten habe, meine Zukunft zu gestalten – aber
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Eine 25jährige Pianistin zieht von Zürich nach Singapur. Auf der Suche nach ihren kulturellen Wurzeln stellt sie fest: Der Stadtstaat sucht sie ebenfalls. Singapur würde am liebsten Europa und die ganze Schweiz importieren – und verleugnet dabei die eigene Identität. Kann ein Matterhorn aus Styropor wirklich die kulturelle Zukunft sein?
Von Rahel Senn
Ich bin die Tochter eines Schweizers und einer Singapurerin. Habe mein Leben in der Schweiz verbracht und bin achtsprachig aufgewachsen. Als Kind fühlte ich mich stets missverstanden. Ich war ein Problemkind. Als Teenager bin ich oft ausgerastet. Und heute wäre ich vielleicht drogenabhängig oder Dauergast im Burghölzli, wenn nicht die Musik dazwischengekommen wäre. Ich spüre den Menschen durch die Musik. Ich spüre jedes Lebewesen, jedes Ding durch seinen Puls.
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Von René Scheu

Die Reichen. Eine unscheinbare Wendung ist mit voller Wucht zurück. Bürger, Medienleute und Politiker, die nicht klassenkämpferisch veranlagt sind, sondern bloss den Zeichen der Zeit folgen, arbeiten an der Konstruktion eines neuen diskursiven Feindbildes. Man beachte die Verwendung des bestimmten Artikels. Es ist nicht die Rede von Leuten, die mehr oder weniger leisten, besser oder schlechter verdienen, mehr oder weniger besitzen. Es ist die Rede von DEN Reichen. Was sie tun, » Mehr
Die neue Diskussion über einen 50-Prozent-Schnitt bei den Kulturinstitutionen geht am Thema vorbei. Statt sich über Promillegrenzen für öffentliche Subventionen zu streiten, sollten Kulturschaffende dem überfälligen Strukturwandel ins Auge schauen – und auf «kreative Zerstörung» setzen.
Von Philipp Meier
Für Kunstvermittlerinnen und -vermittler ist Reflexion eine Kernkompetenz. Das sollte man zumindest meinen. Nach der Ankündigung (!) einer Vorschau (!) zum Buch «Kulturinfarkt» im «Spiegel» brannten jedoch bei vielen die geistigen Pferde durch. Wer sich neugierig in einen diskursiven Austausch stürzen wollte, musste zuerst reihum und beinahe tagelang richtigstellen, dass es sich beim Vorschlag der vier Herren aus Deutschland und der Schweiz um einen Um- und
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Neugier erst schafft die Leidenschaft, sich auf die Mühen des Verstehens einzulassen. Alles andere ist bloss Fortsetzung der Schule mit ihren Qualen und Pflichten. Einige kritische Gedanken. Und dazu ein Manifest für den zeitgenössischen Studenten.
Von Birger P. Priddat
Die Eltern wollen, dass man einen «anständigen Beruf» anstrebt. Viele junge Leute setzen dies gleich mit «Karriere». Doch ist ein Studium bloss eine Eintrittskarte für höhere Einkommensschichten?
Wenn ich mich heute entscheiden sollte, zu studieren, würde ich das gleiche tun wie 1974: das studieren, was mich immer schon interessiert hat. Ich entschied mich damals zwar für Volkswirtschaftslehre, weil ich Karl Marx verstehen wollte. Aber: aus
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Von Birger P. Priddat
Investiert in eure Neugier! Studiert also das, was ihr wollt! Investiert ferner in das, was euch treibt, belebt, was ihr wissen wollt! Der Profit, der return on investment, ist eure geistige Anregung und Befriedigung – nur in Verbindung mit ihr kann das gesammelte Wissen für den künftigen Beruf auch fruchtbar gemacht werden. Geht Umwege, wenn sie euch voranbringen! Findet heraus, was euch voranbringt! Habt euch selbst im Auge, nicht die Prüfungen!
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Wir verschwenden Bildungskapital. Es kommt nicht an, wo es sollte – beim einzelnen. Darum fordern wir ein bedingungsloses Grundkapital für alle Mitglieder einer Schweizerischen Bildungsgenossenschaft. Sind wir bereit für eine grosse Reform der Studienfinanzierung?
Von Reiner Eichenberger, Anna Maria Koukal
Die Schweiz der Zukunft wird durch die Personenfreizügigkeit und Globalisierung geprägt. Die Einkommen und Arbeitsmarktchancen der inländischen Arbeitnehmer hängen damit immer weniger von der Arbeitsnachfrage, dafür umso mehr von ihren eigenen Fähigkeiten und damit ihrer eigenen Bildung ab.
Früher verknappten Zugangsbarrieren zum Schweizer Arbeitsmarkt und Wanderungskosten das Arbeitsangebot, also die Menge und Qualität der verfügbaren » Mehr
Von Nora Gomringer
Jasoom. Das ist die Erde. Barsoom ist der Mars. Mehr brauchen Sie nicht zu wissen. Das Leben des John Carter spielt sich mehr oder weniger unfreiwillig zwischen den Planeten ab, seit diese Wahrheiten 1911 Eingang in die Science-Fiction-Literatur erhielten. Edgar Rice Burroughs hat sich die Mars-Saga ausgedacht und Walt Disney hat sie gerade verfilmt. Neben den unsterblichen Frank Herbert-Phantasien, die auf dem fiktiven Planeten Dune (wie Mars ein Wüstenplanet) lebendig wurden, sind » Mehr
Von Andreas Thiel
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