Schweizer Monat
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Acht Menschen zwischen 25 und 40 machen sich Gedanken zur Schweiz der Zukunft. Werden die Jungen bald von einem konservativen Rentnerheer beherrscht? Werden wir alle reicher? Werden wir besser? Oder gehen wir unter wie einst die Maya?
Von Christof Moser, Michael Wiederstein, Niko Stoifberg, Simon M. Ingold, Olivia Kühni, Adrienne Fichter, Sylke Gruhnwald, Maximilian Stern

Michael: Freunde, wir hocken im gemachten Nest! Unseren Eltern ging es gut, wir konnten studieren, haben die ersten Schritte im Arbeitsleben gemacht und sind alle irgendwo untergekommen. Zugleich stellen wir aber fest: Wir befinden uns in einer Art wirtschaftlichen Dauerkrise, und die Geschicke des Landes werden immer mehr von Alten und Gesättigten beeinflusst – rein zahlenmässig sind sie uns schon überlegen, und der Überhang wird in den kommenden Jahren nur...
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Stärkere EU-Integration oder Abschottung? Das ist nicht die Frage. Es gibt einen dritten Weg: eine «neue Eidgenossenschaft». Sie macht die Schweiz wohlhabender, gerechter und unabhängiger. Sie erhöht die Standortattraktivität. Und sie regelt die Zuwanderung neu. Ein konstruktiver Vorschlag.
Von Reiner Eichenberger
Der Wohlstand der Schweiz beruht auf zwei Pfeilern: guten Standortbedingungen und grosser Offenheit für den internationalen wirtschaftlichen Austausch. Im folgenden diskutiere ich zuerst, weshalb das heutige Regime der Personenfreizügigkeit den breiten Wohlstand trotzdem senkt. Sodann lege ich die Kernelemente der «neuen Eidgenossenschaft dar: zuerst zwei wichtige Massnahmen für mehr Standortattraktivität und wirtschaftliche Öffnung, dann die institutionelle... » Mehr
Er sitzt in einer trostlosen Umkleidekabine der Eishalle Wetzikon. Seine martialisch beringten Finger umschliessen einen Plastikbecher mit Limonade. Ein Anblick, der ungewohnter nicht sein könnte. Doch Jack & Coke, sein Lieblingsgetränk, hat ihm der Arzt untersagt. Lemmy Kilmister, 68 Jahre alt, Gründer, Sänger und Bassist der Kultband Motörhead und die Personifikation des Rock’n’Roll schlechthin, ist angeschlagen. Doch er macht weiter. Weil er schon vor langer Zeit gesagt hat: «Ich will auf der Bühne sterben.» Nun ist er also zurück. In Wetzikon. Und wirkt frischer als gedacht.
Von Jörg Scheller, Ian «Lemmy» Kilmister
Lemmy, unser Gespräch wird im «Schweizer Monat» erscheinen. Da kommen normalerweise vor allem Politiker, Ökonomen, Künstler und Nobelpreisträger zu Wort. Also habe ich vorgeschlagen: Lasst uns doch mal etwas Relevantes machen!
Nobelpreisträger, aha. Hat Alfred Nobel nicht das Dynamit erfunden? Dazu könnten wir mit Motörhead auch etwas beitragen. Und Politiker, ja? Sie kommen aus Deutschland, richtig? In irgendeiner deutschen Fernsehshow habe ich...
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Von und mit Silvio Borner, Zeynel Demir, Reiner Eichenberger, Emilija Hristova, Carlos Ruiz, Christoph Schaltegger, René Scheu, Olga Steidl, Tito Tettamanti, Kaspar Villiger:

Warschau, New York, Tokio – die Nomadin Joanna Bator passiert mühelos geographische wie zeitliche Grenzen. Ein Gespräch über die polnische Nachkriegszeit, japanische Subkulturen und zukünftige Generationen.
Von Serena Jung, Joanna Bator
Frau Bator, Sie sind im sowjetischen Nachkriegspolen aufgewachsen, genauer in Wałbrzych. Bereits drei Ihrer Romane spielen in dieser Stadt, aus der Sie selbst mit 18 Jahren weggezogen sind. Verfolgt Sie die Vergangenheit?
Ich glaube, es ist eher umgekehrt: Ich bin aus der Vergangenheit ausgebrochen, aber es ist unmöglich, die Ursprünge hinter sich zu lassen – egal wie viel Distanz man schafft. Lustigerweise denke ich gerade hier, an diesem extrem schönen Ort Ascona,...
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Die neue Weltsprache heisst Informatik. Will Bildung im 21. Jahrhundert ankommen, muss sie sich mit Algorithmen beschäftigen. Wann folgen Gymnasien der Parole?
Von Ludwig Hasler
Was ist der Zweck des Gymnasiums? Allgemeine Hochschulreife? Etwas gar wenig, seit man auch ohne gymnasiale Bildung an Hochschulen kommt, dank Talent, via Berufsbildung. Da sollte das Gymnasium schon etwas präziser sagen, was für es spricht. Was hat die Gymnasiastin, was der Berufsmaturand nicht hat? Mehr Kenntnisse? Sogenannt «breites Wissen»? Hoffentlich. Sie hat ja ungleich mehr Zeit dafür.
Mehr Zeit ist gut, als Argument indes untauglich. Will das Gymnasium mehr... » Mehr
Pflege, Pädagogik, Soziales und Sprachen stehen im Vordergrund bei den Mädchen, die heute mehr als die Hälfte aller Maturitätszeugnisse erhalten. Doch Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik stehen im Zentrum, wenn über den Mangel an Fachkräften debattiert wird. (Wie) sind individuelle Bildungsentscheide mit künftigen Wirtschaftsbedürfnissen in Einklang zu bringen?
Von Philipp Gonon
Unschwer lässt sich eine Wiederholung von Bildungsdebatten erkennen, die seit den 1960er Jahren die westliche Hemisphäre heimsuchen: Das Bildungssystem – so der immer wieder geäusserte Einwand – bringe nicht die erforderlich ausgebildeten Leute hervor, und vor allem zu wenige von ihnen. Die erwünschte Wachstumsdynamik, die in solchen Äusserungen zum Ausdruck kommt, bezieht sich dabei nicht nur auf Wirtschaft und Gesellschaft, sondern auch auf die... » Mehr
Wer kann, strebt heute nach einem höheren Abschluss. Gut so, findet der Philosoph Walther Ch. Zimmerli und plädiert für gesellschaftsweite Gesellschaftsreife. Um dann mit dem langen Herumsitzen im Schulzimmer die Berufslehre weiter zu schwächen, fragt der Ökonom Mathias Binswanger. Ein Streitgespräch über Maturaquoten und die
Konsequenzen von Kontingenten für Bildungsausländer.
Von Mathias Binswanger, Florian Rittmeyer, Claudia Mäder, Walther Ch. Zimmerli


Herr Binswanger, Herr Zimmerli, wie «studierfähig» und «gesellschaftsreif» fühlten Sie sich, als Sie einst das Gymnasium abschlossen?


Mathias Binswanger: Als ich 1982 die Matura gemacht hatte, war ich gut vorbereitet darauf, Stoff zu lernen und mir Wissen anzueignen. Eines der Ziele des Gymnasiums ist aber auch die Förderung «selbständig denkender Menschen» – und dieses selbständige Denken habe ich eigentlich erst nach...
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Wie fühlt und fiebert die Schweiz im Jahr 2014?
Von Redaktion
Welches Selbstbild pflegen Ihre helvetischen Zeitgenossen? Und wie wirken sich diese mentalen Prägungen auf die Zukunft des Landes aus? Zusammen mit der Fredy & Regula Lienhard Stiftung haben wir in der Sommerausgabe vier scharfsinnige Beobachter des Zeitgeschehens gefragt, was die Schweiz zusammenhält. Georg Kohler, Philipp Gut, Thomas Zaugg und Michael Stauffer setzen die Debatte am 17. September in Zürich öffentlich und live fort. Es moderieren: Dr....
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Das Gymnasium steht unter Denkmalschutz – zumindest jenes in der Zürcher Enge. Viel ist dort wie eh, doch auch Neues hat Einzug gehalten: Von der Freundlichkeit des Hausmeisters bis zur Exotik der Maturathemen überrascht bei einem Augenschein so einiges. Eine Rückkehr in die gymnasiale Gegenwart.
Von Claudia Mäder

Kantonsschule Freudenberg

Es riecht nach Vergangenheit. Ein Gemisch aus veratmeter Luft, Putzmittel und Kreidestaub über jungen Köpfen mit angestrengt gesenkten Blicken. Angstschweiss käme dazu, wären die Buchstaben im aufgeschlagenen Buch in Formeln gezwängt statt zu Worten gefügt oder das Zimmer zwei Stockwerke tiefer gelegen und nicht mit handgefertigten Illustrationen der «Odyssee», sondern mit Reagenzgläsern und Erlenmeyerkolben ausgestattet. Wie haben wir vor den...
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Der Kunsthistoriker und ehemalige Documenta-Leiter Roger M. Buergel leitet seit bald einem Jahr das kleine Zürcher Johann-Jacobs-Museum, das er radikal umgebaut und neu positioniert hat. Ein Gespräch über Kaffee, falsches Porzellan, globale Handelswege und deren Einfluss auf die Kunst.
Von Johannes M. Hedinger , Roger M. Buergel

Roger, was macht die Kunst?

Wenn alles klappt, dann macht die Kunst Dinge verständlich. Sie bewegt sich in Feldern und Wissenszusammenhängen, die der Betrachter in dieser Form oder in diesem Zusammenhang nicht kennt oder mit denen er noch gar nicht konfrontiert worden ist. Kunst ist ein heuristisches Mittel, um Zusammenhänge herzustellen – und eben deshalb so sehr schwer zu präsentieren.
Du tust das nun schon seit Jahren, kürzlich hast du das...
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Die gegenwärtige Geldpolitik der Zentralbanken ist historisch beispiellos. Leben wir tatsächlich in einer Welt, in der alles anders ist und alte Gesetzmässigkeiten nicht mehr gelten? Warum monetäre Theorien für Ihren Geldbeutel bedeutender sind als die nächste Lohnanpassung.
Von Ernst Baltensperger
Für manche ist «Monetarismus» ein Schimpf- und Kampfwort. Eine Idee also, mit der man sich nicht weiter auseinandersetzen muss. Tatsächlich steht das Wort aber für eine bedeutende Strömung in der Ideengeschichte der monetären Ökonomie, die unser Denken und die Praxis der Zentralbankpolitik nachhaltig beeinflusst hat.
Seine hohe Zeit hatte der Monetarismus in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Prägende Figuren waren... » Mehr
Von Niko Stoifberg, Christina Baeriswyl
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