Schweizer Monat
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Zündet irgendwo im Westen ein Attentäter seine Bomben, gehen überall die Emotionen hoch – und die Diskussionen um «Freiheit und Sicherheit» los. Doch der Versuch, diese beiden Grössen gegeneinander abzuwägen, ist schierer Unsinn: Er unterhöhlt die Logik der Sprache genauso wie jene unserer Rechtsstaaten.
Von Ilija Trojanow

Ilija Trojanow, photographiert von Heike Steinweg / photoselection.

Seit Jahren wird in Europa ein vermeintlich rationaler Diskurs über die Abwägung zwischen Freiheit und Sicherheit geführt. Keine öffentliche Diskussion, keine politische Rede, keine kritische Kolumne, die nicht von der scheinbaren Binsenwahrheit ausginge, man müsse ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden hehren Werten finden. Wie die Gewichtung ausfallen soll, wird durchaus unterschiedlich aufgefasst, weitaus weniger Zweifel bestehen darüber, dass die...
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Ein Mann wie ein Hochseetanker: Seine Oberarme sind aus Stahl, im Maschinenraum dampftʼs – und im Kopf, auf der Brücke, wird stets nüchtern der Kurs bestimmt. Der Berliner Musiker Rummelsnuff hat viel erlebt und weggesteckt. Wie man die Untiefen des Lebens umschifft, weiss dieser Käpt'n deshalb ganz genau.
Von Jörg Scheller, Rummelsnuff

Rummelsnuff, photographiert von Robert Bartholot.

Die deutschsprachige Popmusikszene hat in den letzten Jahren viel Vernachlässigbares hervorgebracht. Da übersetzten findige junge Bardinnen und Barden das übliche Herzschmerz- und Befindlichkeitsgedöns vom Englischen einfach ins Deutsche – und galten damit, im Zuge der rollenden Deutschland-ist-wieder-normal-und-vollkommen-okay-Welle, als new state of the art, Verzeihung: neuer Status der Kunst. Auch wähnten sich alle möglichen sogenannten Indie-Bands als...
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Lesen Sie die Nachrichten aufmerksam genug?
Nein, glaubt Alain de Botton. Dabei geht es ihm weder um das, was bei Ihnen haften bleibt, noch um irgendeine Art von Fact-Check. Es geht ihm darum, was das Gelesene mit Ihnen macht. Eine Anleitung zum bewussteren Lesen am Beispiel medial kolportierter Tragödien.
Von Alain de Botton, Barbara von Bechtolsheim

Illustration von Christina Baeriswyl.

In Manhattan stürzte sich gestern ein Arzt aus dem 30. Stock eines Hochhauses in Upper East Side, nach Aussagen von Polizei und Zeugen war es offenbar Selbstmord. Der Leichnam des Anästhesisten Dr. Sheldon «Shelly» Steinbach, 68, schlug um 9.35 Uhr auf einem Balkon des Gebäudes Ecke 246 E. 63. St. im 2. Stock auf. «Ich hörte einen harten Schlag, und wir schauten raus und sahen ihn aufkommen. Sein Körper riss geradezu in Stücke», sagte der...
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... und wie Sie wieder rauskommen: Alain de Botton erklärt, warum Nachrichten über Taylor Swifts Beine manchmal wichtiger sind als die über schmelzende Polkappen. Und warum genau das eine der wenigen Neuigkeiten ist, auf die Sie nicht verzichten sollten.
Von Alain de Botton, Michael Wiederstein

Illustration: Christina Baeriswyl

Herr de Botton, warum haben Sie – als Philosoph – sich entscheiden, sich mit einem scheinbar so profanen Thema wie den «News» auseinanderzusetzen?
Philosophen sind daran interessiert, wie Menschen denken – oder sollten das zumindest sein. Meist beschäftigen sie sich dazu mit dem Denken anderer Philosophen statt mit dem Denken von Menschen. Aber 99,9 Prozent der Menschheit haben ihre Ideen nicht von Platon oder Kant, sondern, genau, aus den Medien. Deren...
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Die Menschheit steht unter dem «Fluch der nuklearen Verantwortung». Den langen Zeitskalen für die Verwaltung nuklearer Produkte stehen die kurzen Zeitskalen menschlicher Gemeinwesen gegenüber. Wie bringt man beide endlich zusammen? Ein Vorschlag zur Stärkung zivilisatorischer Resilienz.
Von Didier Sornette

Didier Sornette, photographiert von Giorgio von Arb.

Eine ergänzte Version in Englischer Sprache finden Sie hier.
Ich schlage eine Forschungsinitiative ähnlich dem Manhattan-Projekt vor, um der Atomindustrie neues Leben einzuhauchen und die Stagnation zu überwinden, in der sie und mit ihr die gesamte Menschheit gegenwärtig festsitzen. Eine Investition von 1 Prozent des BIP über 10 Jahre (in den grossen Nuklearstaaten) könnte das Wirtschaftswachstum ankurbeln, vor allem aber ein Wachstum im Bereich der Realwirtschaft....
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Geht es nach dem Nationalrat, soll der Nachrichtendienst weitreichende präventive Überwachungsbefugnisse erhalten. Verletzt der Sicherheitswahn unseren Rechtsstaat? Wenn wir denn überhaupt noch einen hätten! Ein Gespräch über eine neue Gewalt in einem serbelnden System.
Von Florian Rittmeyer, Claudia Mäder, Rainer J. Schweizer

Rainer J. Schweizer, photographiert von Urs Jaudas / St. Galler Tagblatt.

Herr Schweizer, Hand aufs Herz: wie geht es Ihnen nach der Parlamentsdebatte um das neue Nachrichtendienstgesetz?
Ich war schon überrascht, wie unbedacht diese Debatte geführt wurde und wie bereitwillig man massgebliche Dinge ausgeklammert hat. Aber dann wiederum erstaunt mich der fahrlässige Umgang mit den Grundrechten, den dieses Gesetz betreibt, ganz und gar nicht mehr: In der Schweiz wird auf ganz verschiedenen Gebieten auf derart gravierende Weise gegen den Rechtsstaat...
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Die einen versuchen es mit Fitness, die anderen mit Gehirnjogging: Training ist immer gut, Resilienz aber zuvorderst eine mentale Angelegenheit. Wer widerstandsfähiger werden will, muss also die eigene Psyche stärken. Eine Anleitung.
Von Christina Berndt

fotolia

Ihr Auftritt war so stark, dass sich selbst die Fachleute die Augen rieben. Acht lange Jahre hatte sich die 18jährige Österreicherin Natascha Kampusch in der Gewalt ihres Entführers befunden, war in einem Fünf-Quadratmeter-Verlies im Keller eingesperrt, manchmal im Dunkeln, und musste dem Mann zu Diensten sein. Schon zwei Wochen nach ihrer Flucht im August 2006 trat Natascha Kampusch im Fernsehen auf. Zu sehen war eine vielleicht ungewöhnliche, aber offenbar in sich...
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Ist die Zeit reif für eine neue Landeshymne? Oder zumindest ein neues patriotisches Lied? Um diese Fragen zu beantworten, holt sich Philosoph Elmar Holenstein Inspiration bei Bertolt Brecht.
Von Elmar Holenstein

Foto von Wikmedia Commons.

Eine PDF-Version dieses Artikels kann hier heruntergeladen werden.
Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft schrieb 2013 einen Wettbewerb für eine neue Landeshymne aus.1 Innerhalb eines Jahres wurden über 200 Bewerbungen eingereicht. Sechs der Eingaben sind Ende März 2015 zur landesweiten Diskussion veröffentlicht worden. Die in Umfragen oben aufschwingende Version soll, sobald sie in der Bevölkerung genügend verbreitet und beliebt ist, den...
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... Aber schlaue französische Füchse aus dem Mittelalter können helfen, sich die republikanische Trias der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu vergegenwärtigen.
Von André Glucksmann

Holzschnitt aus «Von Reyneken Vosse dem Olden», Frankfurt am Main, 1550.

In der Europäischen Union verschlechtert sich alles, und allem voran in Frankreich. Die Statistiken häufen sich, die Umfragen bestätigen es, die Ökonomen erstellen dunkle Bilanzen, die Ökologen beschwören apokalyptische Gefahren, die Politiker hängen einer vermeintlich glorreichen Vergangenheit nach, beklagen die Gegenwart und fürchten die Zukunft, dem demographisch schwachen alten Kontinent drohen im Osten wie im Süden Invasionen, wir überleben...
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Anstatt sich vor der Deflation zu fürchten, sollte die SNB lieber Gold kaufen.
Von Timo Rager

Timo Rager photographiert von Monika Bucher.

In den öffentlichen Stellungnahmen zur Aufgabe der Frankenanbindung an den Euro dominiert nach wie vor die Empörung. Fast ausschliesslich werden die Konsequenzen für die Exportindustrie thematisiert, als ob die Schweizer Wirtschaft nur daraus bestünde. Über die Einführung eines neuen Mindestkurses wird gemunkelt, und die Wechselkursentwicklung seit dem 15. Januar lässt vermuten, dass die Schweizer Währungshüter weiterhin einiges daransetzen, den...
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