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Editorial
Von René Scheu
Mario Vargas Llosa sind wir letzten Herbst in St. Gallen begegnet, als der Literaturnobelpreisträger an der HSG über das Verhältnis von Geschichte und Literatur sprach. Wir baten ihn um einen Beitrag, und er sagte zu. Er hat sein Versprechen gehalten und uns eine wortgewaltige Verteidigung der moralischen Grundlagen der freien Marktwirtschaft geschickt. Lesen Sie im Literaturessay, wie Mario Vargas Llosa, der einst für das Amt des peruanischen Präsidenten kandidierte,...
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Ohne Scheuklappen
Von René Scheu
Ist, wer die Parteienfinanzierung gutheisst, ein Antidemokrat? Ist die EU antidemokratisch? Ist die Sympathie für Verfassungsrichter antidemokratisch?
In unseren demokratisch verfassten Gesellschaften gibt es eine bewährte Steigerung der öffentlichen Verunglimpfung. Die erste, harmlose Form stellt die Intelligenz des Verunglimpften in Frage: Du bist dumm. Die zweite tritt mit dem moralischen Furor des Überlegenen auf: Du bist ein schlechter Mensch. Die höchste Form...
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Freie Sicht
Von Christian P. Hoffmann
Darf ich Ihnen Herrn Maier vorstellen: Herr Maier ist Bäckermeister. Seit fünf Jahren betreibt er eine Bäckerei. Die Geschäfte gehen gut, Herr Maier ist ein findiger Unternehmer. Lange und hart musste er arbeiten, um seine Position zu erreichen. Darum glaubt Herr Maier, Anrecht auf einen kleinen Zustupf zu haben. Er beginnt, ein paar Rappen extra zu verdienen, indem er Brote verkauft, die etwas leichter als deklariert sind. Eines Tages fliegen Herr Maiers...
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Kultur leben
Von Xenia Tchoumitcheva
Kann eine politische oder geschäftstüchtige Minderheit mit ganz eigenen spezifischen Interessen eine Kettenreaktion in Gang setzen, die eine Minderheitsmeinung so weit verbreitet, dass sie letztlich zur Massenmeinung wird? Ich glaube: sie kann.
Wer sich eine eigene Meinung über eine Sache bildet, wird vor allem dadurch beeinflusst, was die wahrgenommene Mehrheit denkt. Dies schon aus dem einfachen Grund, dass es den meisten Menschen ein Gefühl der Sicherheit vermittelt, zu...
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Sofskys Welt
Von Wolfgang Sofsky
Langsam geht der alte Mann die Strasse hinunter, Schritt für Schritt trippelt er seinem Schatten hinterher. Es ist noch früh am Tag. Kühl bestrahlt das Sonnenlicht die Szenerie, schneidet die Steine aus der Hauswand heraus, zeichnet die Körnungen und Kerben im Asphalt nach. Es ist der Tag der Entscheidung. Doch der Alte trägt keinen Sonntagsstaat, nur ein grosskariertes Flanellhemd, eine Weste, eine abgewetzte Hose. Das Licht streicht ihm...
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Zumutungen von oben
Von David Dürr
Wir freien Schweizerinnen und Schweizer werden nicht von oben beherrscht. Wir sind niemandem Gehorsam schuldig ausser den Gesetzen, die wir uns selbst geben, sei es direkt, sei es indirekt über unsere Stellvertreter, die wir alle vier Jahre mit frischer demokratischer Legitimation ausstatten. Soeben haben diese neu legitimierten Volksvertreter ihre erste Session absolviert, dabei schon eifrig Gesetze produziert, nebenbei noch die Landesregierung gewählt und den Voranschlag 2012...
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Karikatur
Von Andreas Thiel
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Debatte
Deutsche Sicht I: Europa braucht nicht mehr EU in Brüssel, sondern mehr Freiheit für die Bürger.
Von Frank Schäffler, Norbert F. Tofall
Schon im Altertum bezeichnet der Geschichtsschreiber Strabo (63 v. Chr. bis 23 n. Chr.) in seiner 17bändigen «Geographie» Europa als vielgestaltig. Spätestens seit Karl dem Grossen ringt Europa mit der Einheit in der Vielfalt – das Ringen prägt die modernen Gesellschaften bis zum heutigen Tag.
Vor diesem Hintergrund sind die derzeitigen Versuche zu sehen, einen europäischen Superstaat durch das Schüren der Angst vor einem Zusammenbruch des...
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Debatte
Deutsche Sicht II: Die EU hat die Chance, an ihrer bisher grössten Krise zu genesen.
Von Wolfgang Clement
Der Traum von dem einen, einigen, einzigen, grenzenlosen Europa, in dem allerorten Frieden und Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Wohlstand und soziale Sicherheit herrschen, geht nun schon seit Jahrzehnten auf dem alten Kontinent um. Heute lässt sich sagen: der Weg zu einer solchen Gemeinschaft erweist sich als viel länger und steiniger, als sich dies unsere Vorväter nach dem Zweiten Weltkrieg ausgemalt haben mögen.
Der Weg begann ganz pragmatisch mit den...
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Debatte
Wer es in der Politik nach oben geschafft hat, kann es sich bequem machen. Konkurrenz im eigenen Land gibt es kaum. Quicklebendig werden Politiker erst, wenn sie sich auf einem internationalen Markt für gute Politik behaupten müssen. Doch wie soll dieser aussehen?
Von Reiner Eichenberger, Michael Funk
Politikversagen ist systemisch: die Politik weicht oft stark von den Präferenzen der Bürger ab, weil Politiker auch eigene Interessen verfolgen; weil sich kleine Gruppen mit spezifischen Interessen besser organisieren können als grosse gesellschaftliche Gruppen wie Konsumenten und Steuerzahler; und weil die Kosten öffentlicher Leistungen oft nicht von den Nutzern getragen werden müssen. Das gilt trotz guter institutioneller Voraussetzungen auch für die Schweiz. Noch...
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Debatte
Jeder ist frei zu denken, was er will. Aber darf er auch sagen, was er denkt? Und wenn er es nicht mehr sagen darf, kann er dann noch frei denken? Plädoyer für mehr kritischen Geist in Zeiten des Konformismus.
Von Norbert Bolz
Die Diskussion über Freiheit und soziale Ordnung wird in den immergleichen mentalen Bahnen geführt. Wer sie verlässt, gelangt zu unbequemen Einsichten, die heute die vielen Empörungsbereiten sogleich in Rage treiben, obwohl sie eigentlich ziemlich trivial sind. Zum Beispiel: eine angeblich freie Gesellschaft kann totalitäre Züge aufweisen. Eine Demokratie kann freiheitsfeindlich sein. Die demokratische Verfasstheit des Staates ist keine Garantie für...
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Unternehmergespräche
Ihren ersten Kinderwagen hat Hanne Grieder in einer Garage verkauft, mit dem ersten Kind im Schlepptau. Heute hat sie acht Fachgeschäfte für Babyartikel – und das Business wächst weiter. Wie hat sie es geschafft, die Männerwelt zu überholen?
Von René Scheu, Claudia Mäder, Hanne Grieder
Frau Grieder, die Garage scheint für Unternehmer ein mythischer Ort zu sein: wo Bill Gates und Steve Jobs ihre ersten Computer gebastelt haben, haben Sie vor über 40 Jahren einen Kinderwagenhandel aufgezogen. Was hat es in Ihrem Fall mit der Garage auf sich?Mythisch? In meinem Fall gaben praktische Überlegungen den Ausschlag. Ich war damals kaufmännisch tätig und bekam ein Baby, war aber keine speziell gute Hausfrau und wusste, dass ich noch ausserhalb des Haushalts...
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Unternehmergespräche
Indische Unternehmer kennen nur permanente Veränderung. Und mögen sie. Nachdem sich Gautam Thapar innerhalb seiner eigenen Familie durchsetzte, leitet er heute eine der grössten indischen Firmengruppen. Dabei gilt sein Blick nicht Quartalsresultaten, sondern den nächsten 100 Jahren.
Von Florian Rittmeyer, Gautam Thapar
Herr Thapar, gegenwärtig wird spekuliert, Indien könne Deutschland in weniger als 20 Jahren wirtschaftlich überholt haben. Können Sie verstehen, wenn Europäer Angst haben, von einer Generation Ihrer ehrgeizigen Landsleute überrannt zu werden?
Die Frage ist, ob man von Indien als Einheit überhaupt sprechen kann – das ist eigentlich eine europäische Perspektive. Aber gut, Indien ist dynamisch und voller Energie. Ob das reicht, um in 20 Jahren...
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Nachruf
Zum Tod von Roland Baader
Von Robert Nef
Im 8. Januar 2012 ist der deutsche Ökonom und Publizist Roland Baader nach langer schwerer Krankheit verstorben. Für den «Schweizer Monat», der damals noch «Schweizer Monatshefte» hiess, hat Baader zahlreiche engagierte Beiträge verfasst. Er hat die Zeitschrift im Literaturverzeichnis seiner Bücher verschiedentlich als eine der wenigen wirklich verlässlichen liberalen Orientierungshilfen angeführt. «Eigentlich ist die Sache ganz...
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Dossier
Sechs Antworten auf die Gegenwart
Von Redaktion
Geld. Euro. Markt. Eigentum. Staatsschulden. Sozialstaat. Das sind sechs Fragezeichen, die jeden einzelnen von uns in den nächsten zehn Jahren beschäftigen dürften, sechs Fragen, die wir sechs unserer Autoren gestellt haben.
Die Aufgabenstellung war so simpel wie anspruchsvoll. Wir haben die Autoren gebeten, die herrschende Lage zu analysieren, Probleme zu benennen und mögliche Lösungsvorschläge für die Zukunft zu skizzieren. Klar ist: nicht alle Probleme...
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Dossier
Billiges Geld führt zu billigen Krediten, mehr Kredite zu mehr Wirtschaftswachstum.
Wäre die Welt so einfach! Mit den Krediten steigen auch die Schulden – von Staaten, Unternehmen, Privaten. Und es stellt sich die Frage: Ist das Billiggeld wirklich zukunftstauglich?
Von Jörg Guido Hülsmann
Der Kern der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise ist die übermässige Verschuldung der Staaten, Firmen und Privathaushalte. Diese Schuldenkrise ist die Frucht einer sehr langfristigen Entwicklung, die seit Anfang der 1970er Jahre deutlich zu beobachten war, als es zu einem Wechsel des Währungssystems kam.
Bis 1971 herrschte weltweit eine – wenn auch verwässerte – Goldwährung (Bretton- Woods-System). Alle nationalen Papierwährungen, alle...
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Dossier
Der Euro war von Anfang an ein politisches Projekt. Die Idee der neuen Währung: die Europäische Union näher zusammenführen. Nun zeichnet sich ab, dass genau das Gegenteil geschieht. Welche Zukunft hat der Euro?
Von Hans-Olaf Henkel
Der Ruf des Euro hat gelitten. Die Krise der Eurozone hat freilich auch ihr Gutes, weil sie zu einem neuen Nachdenken über die politische Gestaltung unseres Kontinents führt. Dies habe ich an mir selbst festgestellt. Im Verlauf der Krise habe ich nicht nur meine Meinung über den Euro geändert, sondern auch über die Richtung, die die Europäische Union einschlagen sollte.
Einst war ich ein enthusiastischer Befürworter des Euro und romantischer Träumer von...
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Dossier
Die Euro-Staaten haben Schulden in furchteinflössender Höhe angehäuft. Damit haben sie sich von den Einschätzungen der Finanzmärkte abhängig gemacht, deren Macht sie nun beklagen. Wie kommen die Staaten aus dem Schulden-Teufelskreis wieder heraus?
Von Rich Mattione
Muss die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bald einen Anruf aus Rom befürchten, in dem eine Stimme ängstlich erklärt, Italien werde wider Erwarten dem Weg Griechenlands folgen und seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen? Und würde sie sich dann wie Caesar fragen: «Et tu, Italia?»
Die ausstehenden Staatsschulden in der Eurozone türmten sich per Ende 2010 auf schier unvorstellbare 9,3 Billionen Euro. Allein 3,1 Billionen davon stammen von den...
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Dossier
Mit dem Wohlstand ist in europäischen Demokratien auch die Staatsquote gewachsen. Während der soziale Zusammenhalt abnimmt, nimmt die Umverteilung zu.
Was bedeutet dies für den Schutz von Freiheit und Eigentum?
Von Roland Vaubel
In ihrem neuen Buch «The Pillars of Prosperity» (Princeton University Press 2011) weisen die beiden Ökonomen Timothy Besley und Torsten Persson nach, dass zwischen dem Schutz des Eigentums und den Staatseinnahmen in Prozent des Bruttoinlandsprodukts international ein positiver Zusammenhang besteht, der statistisch hochsignifikant ist. Dieser Befund ist auf den ersten Blick erstaunlich, denn der Schutz des Eigentums ist ein klassisch liberales Anliegen, während eine hohe...
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Dossier
Der Sozialstaat nach westlichem Zuschnitt verspricht mehr, als er halten kann. Die Reformbedürftigkeit versucht er mit immer weiteren Versprechungen zu kaschieren. Nun machen sich ernstzunehmende Finanzierungslücken bemerkbar. Wie sehen Alternativen zum sozialstaatlichen Status quo aus?
Von Christian P. Hoffmann
Auch wenn gegenwärtige Zustände unbefriedigend sind, bleiben bessere Alternativen oft unbeachtet. Denn wir messen die denkbare Alternative nicht an ihren tatsächlichen Vorteilen, sondern an der idealisierten Vorstellung einer perfekten Lösung. Das Bessere ist dann nie gut genug. Weil sie sich an einem angenommenen Idealzustand orientiert, nannte der amerikanische Ökonom Harold Demsetz diese Neigung «Nirwana Fallacy». Wer sich Gedanken zu den...
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Dossier
Staatstitel verkaufen, kaufen, bunkern, garantieren: Regierungen, Zentralbanken und Geschäftsbanken spannen zusammen, um den Markt auszuhebeln. Sie tun dies seit Jahren ziemlich erfolgreich. Wie kommt der Markt wieder zu seinem Recht?
Von Gunnar Heinsohn
I. Einstieg beim Schlussakt, dessen Nachspiel noch offen ist
Das Trio aus Regierungen, Zentralbanken und Geschäftsbanken probt das grosse Finale. Denn für Schuldpapiere vieler EU-Staaten gibt es auf freien Märkten keine Käufer mehr. Bliebe Markt erlaubt, würden für 10 000-Euro-Papiere halt nur 5000 oder 3000 geboten. Schliesslich wissen potentielle Käufer, dass vergreisende Bevölkerungen die Schulden im Namen ihrer staatsbürgerlichen Seite...
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Von Claudia Mäder
Grenzen sind da, um überschritten zu werden, sagte der Reisende seiner Zurückhaltung und ging nach Burma.
Klebestreifen und Bostitch seien gerade ausgegangen, meldete am Zoll die Dame, die mit der Herstellung landesüblicher Reisedokumente betraut war, und kratzte Reste von Flüssigleim aus einem Töpfchen, um eine Photographie des Reisenden auf einer Pappkarte haften zu machen. Ausreichend gestempelt und bezahlt, sei dieser handgefertigte Ausweis alles, was er hier...
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Was macht die Kunst?
Kultursoziologen verpacken einfache Zusammenhänge in kompliziertes Vokabular – so will es das populäre Vorurteil. Luhmann-Schüler und Zukunftsdenker Dirk Baecker tritt im Gespräch den Gegenbeweis an. Und zeigt damit: wer von der Gesellschaft sprechen will, darf von ihren Kulturen nicht schweigen.
Von Johannes M. Hedinger , Dirk Baecker
Dirk, was macht die Kunst? Wo bist du ihr zuletzt begegnet?
Die beiden jüngsten nachhaltigen Eindrücke waren die Basquiat-Ausstellung in der Fondation Beyeler in Riehen und die Konrad-Witz-Ausstellung im Kunstmuseum Basel. Das waren unterschiedliche Ausstellungen, aber bei beiden ging es um eine kräftige, ironische, farbenfrohe und respektlose Auseinandersetzung mit ihrer jeweiligen Gesellschaft.
Dein Interesse für die Gesellschaft ist naheliegend, schliesslich erfolgt dein...
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Debatte
Das «Kulturgut Buch» ist zum Gegenstand ideologischer Grabenkämpfe geworden. Stirbt das Buch, wenn wir es politisch nicht beschützen? Ganz im Gegenteil.*
Von Markus Schneider
«Das Buch ist keine Ware», behaupten fleissige Buchhändler und stolze Verleger mit vereinten Kräften seit Jahr und Tag. Um ihre These kühn und laut abzuschliessen: «Sondern ein Kulturgut!»
Was edel klingt, ist scheinheilig, wenn nicht gar verlogen, von vorn bis zum Nachsatz. Das Buch sei ein Kulturgut? Ja, ist es tatsächlich. Aber wem haben wir es zu verdanken? Etwa uns stolzen Verlegern? Oder gar den fleissigen Buchhändlerinnen und...
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Literaturessay
Während die hochentwickelten Länder von der «Krise des Kapitalismus» sprechen, zeigt sich die freie Marktwirtschaft in anderen Teilen der Welt weiterhin als ökonomisches Erfolgsmodell. Der Verweis auf wirtschaftliche Potenz allein reicht als Verteidigung des Kapitalismus aber nicht. Sein wirklicher Wettbewerbsvorteil ist moralischer Natur.
Von Mario Vargas Llosa
In unseren Tagen, da die Wirtschafts- und Finanzkrise die gesamte westliche Welt erschüttert, Pessimismus sät und düstere Vorhersagen für die Zukunft der freiheitlichen Gesellschaft schürt, gerade in diesen Tagen ist wieder daran zu erinnern, dass der Kommunismus auch weiterhin keine ernstzunehmende Alternative zu Demokratie und freier Marktwirtschaft darstellt. Noch vor kaum fünfundzwanzig Jahren schien er auf nahezu der halben Welt fest etabliert zu sein, nach dem...
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Nacht des Monats
Nacht des Monats mit Erica Hänssler und Peter Doppelfeld
Von Michael Wiederstein
Ende der Vorstellung, es muss gegen 22 Uhr sein. Peter Doppelfeld und Erica Hänssler tischen im begehbaren Theatermuseum am Sihlquai, das bei Türöffnung automatisch Klavierperlen von Grock, dem weltberühmten Clown, spielt und auch ihr Zuhause ist, griechische Oliven, schweizerischen Käse und deutsches Brot auf. Zwischen Puppen, Kleidern – eines gehörte der Lebenspartnerin Erich Kästners – und Masken diskutieren wir über Anspruch und...
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Debatte
Weltretten ist gerade unglaublich hip! Vor allem, wenn es um die CO2-Reduktion geht.
Doch erhitzte Gemüter verschmutzen das wissenschaftliche Diskussionsklima, findet Vince Ebert. Eine kleine Einführung in die Klimadebatte.
Von Vince Ebert
Der Fernsehmoderator Günter Jauch trinkt Krombacher-Bier für den Regenwald. Cameron Diaz benutzt einlagiges Klopapier. Und Frank Asbeck, der Chef der Bonner Solarworld AG, fährt seinen 300 PS starken Maserati aus Energiespargründen nur noch, wenn die Sonne scheint: jeder kleine Beitrag zählt, denn es sieht nicht gut aus für die Zukunft unseres Planeten.
Das Klima spielt verrückt, und wir mit unserer CO2-Produktion sind daran schuld. Meint zumindest Al Gore....
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