Scharfe Blicke auf den Zeitgeist

Von René Scheu

Mario Vargas Llosa sind wir letzten Herbst in St. Gallen begegnet, als der Literaturnobelpreisträger an der HSG über das Verhältnis von Geschichte und Literatur sprach. Wir baten ihn um einen Beitrag, und er sagte zu. Er hat sein Versprechen gehalten und uns eine wortgewaltige Verteidigung der moralischen Grundlagen der freien Marktwirtschaft geschickt. Lesen Sie im Literaturessay, wie Mario Vargas Llosa, der einst für das Amt des peruanischen Präsidenten kandidierte, die Zukunft des Kapitalismus sieht.

Im Versuch, Vertrauen zu bilden, erzielen die europäischen Politiker mit ihren eilig einberufenen Krisengipfeln den gegenteiligen Effekt. Das Vertrauen in ihr Handeln schwindet. Doch wie kann, wie muss sich die EU entwickeln, wenn sie zukunftsträchtig sein soll? Wir haben zwei ausserhalb des Mainstreams politisierende deutsche Politiker um klare Positionsbezüge gebeten. Lesen Sie mehr von Frank Schäffler und Wolfgang Clement.

Ein weiterer deutscher Euro-Rebell kommt im Dossier zu Wort. Hans-Olaf Henkel schreibt darüber, wie es kam, dass er als einst glühender Verfechter des Euro seine Meinung auf den Kopf stellte. Hat der Euro Zukunft, und wenn ja, welche? Wie lässt sich unser kreditgetriebenes Geldsystem reformieren? Welcher Therapie bedarf der europäische Wohlfahrtsstaat, wenn er auch für Kinder und Kindeskinder noch eine Referenz sein soll? Wie lassen sich Eigentum und Freiheit in Zeiten schützen, in denen der Staat den Zugriff auf Bürger und Steuerzahler ausdehnt? Das sind einige der Fragen, die wir im Dossier behandeln.

Weitere Anregungen für aktuelle und künftige Debatten: der deutsche Medienwissenschafter Norbert Bolz bricht eine Lanze für die intellektuelle Dissidenz. Im Interview schlägt Kultursoziologe Dirk Baecker seine Thesen zur Kunst der Zukunft an unsere Pforte. Und Reiner Eichenberger plädiert dafür, den Heimatschutz für Politiker abzuschaffen.

Neu werden der Kabarettist Andreas Thiel sowie die Rechtsprofessoren David Dürr und Andreas Kley regelmässig scharfe Blicke auf den Zeitgeist werfen. Und wir haben das Layout auf das neue Jahr hin nochmals reduziert. Wir finden: je schlichter, desto besser, getreu unserem Credo: zuerst die Inhalte, dann die Inhalte, dann die Inhalte!



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