Bewegte Geschichte

Die «Schweizerischen Monatshefte für Politik und Kultur», erstmals 1921 erschienen, sind die älteste Monatszeitschrift der Schweiz. Ihre Gründer kamen vor allem aus dem akademischen Umfeld und wandten sich an ein ebensolches Publikum. Was die Gründer mit unterschiedlichem Hintergrund einte, war das Engagement gegen die Mitgliedschaft der Schweiz im Völkerbund, die in einer Volksabstimmung 1920 angenommen worden war. Ihr Misstrauen galt einer préponderance française und dem Bedeutungsverlust der deutschsprachigen Kultur. Als ein damaliger Redaktor sich der Frontistenbewegung anschloss und die Spalten der Zeitschrift für deren Vertreter öffnete, wurde er 1934 entlassen. Der Liberalismus, der später zu einem der Markenzeichen der Zeitschrift werden sollte, war Gegenstand heftig geführter Debatten unter den Autoren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verfolgte die Redaktion mit neuen Mitarbeitern einen liberalen Kurs. Als «Schweizer Monatshefte für Politik, Wirtschaft und Kultur» bot die Zeitschrift internationalen Autoren die Möglichkeit, ihre der Idee der Freiheit verpflichteten Beiträge im deutschen Sprachraum zu publizieren. So haben Karl Popper, Ludwig von Mises, Wilhelm Röpke und der spätere Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek viele Aufsätze erstmals in den «Schweizer Monatsheften» veröffentlicht. Und es waren Intellektuelle wie Herbert Lüthy, Arnold Gehlen oder Theodor W. Adorno sowie Literaten wie Hermann Hesse, Hermann Burger oder Hugo Loetscher, die mit ihren Essays schon früh zum Ruf der «Schweizer Monatshefte» als Autorenzeitschrift europäischen Ranges beigetragen haben.

Im Juni 2010 wurde die SMH Verlag AG gegründet, die die Zeitschrift neu herausgibt. Konzept und Layout wurden gründlich überarbeitet. Seit März 2011 erscheint das Nachfolgemagazin «Schweizer Monat» im gleichen Verlagshaus. Seit Mai 2011 liegt jeder zweiten Ausgabe der «Literarischer Monat» bei, eine Sonderbeilage mit Fokus auf Schweizer Literatur. Das Wachstum der Abonnemente des «Schweizer Monats» betrug 2011 über 30 Prozent.

Zur Gründung: lesen Sie den Beitrag des Historikers Klaus Urner aus dem Jahre 1971.

Zur Geschichte: lesen Sie den Beitrag des verstorbenen NZZ-Redaktors Alfred Cattani aus dem Jahre 1996.

Zur persönlich erlebten Geschichte: lesen Sie das Interview mit dem langjährigen Redaktor Dietrich Schindler aus dem Jahre 2011.

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