Schweizer Monat
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Gewissenhaft, sauber, aufgeräumt: eine grosse Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer schätzt stabile, geordnete Verhältnisse. Wie aber steht es um den Mut, wo bleibt die Risikofreude? Eine Analyse.
Von Markus Freitag

Markus Freitag, photographiert von Philipp Baer.

Nennen wir ihn Albert. Albert ist seit je als prinzipientreu, bodenständig und wenig extravagant bekannt. Durchaus auch dergestalt veranlagt, sucht er nicht unentwegt die Abwechslung, sondern bevorzugt ein strukturiertes, vorhersehbares und familiäres Umfeld. Durch Erfahrungen lernt er, dass Traditionen, Regelmässigkeiten, formale Übereinkünfte und unverrückbare Vorstellungen probate Mittel sind, um das Leben und dessen Herausforderungen zu meistern. Menschen wie...
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Vom Schweizer Pioniergeist ist nur noch in der Vergangenheitsform die Rede, das Land droht zu einem ängstlichen Verwalter des Erreichten zu werden. Es ist Zeit, sich wieder mehr zuzutrauen.
Von Andrea Gmür-Schönenberger

Andrea Gmür-Schönenberger, zvg.

Auf die Gründung der Eidgenossenschaft im Jahr 1848 und die Jahre danach fallen einige wegweisende, für unser Land prägende Ereignisse – alle in Zusammenhang mit dem Zürcher Alfred Escher, der als Eisenbahnpionier, Bankengründer und grosser Politiker in die Schweizer Geschichte eingegangen ist. Zwischen 1848/49 und den frühen 1860er Jahren realisierte Escher die Nordostbahn (1852/53) und legte mit dem eidgenössischen Polytechnikum den Grundstein für...
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Kurzgeschichte von Kevin Barry
Aus dem Englischen übersetzt von Peter Torberg
Mit Illustrationen von Joshua Drewe
Von Kevin Barry
Ich hatte mir tatsächlich ein altes Hotel am Fjord von Killary gekauft. Es stand direkt an der Hafenmauer. Auf der anderen Seite des Wassers erhob sich Mweelrea Mountain, darüber ein erbärmlich grauer Himmel. Es regnete an 287 Tagen im Jahr, und die Ortsansässigen neigten zu überwältigenden Stimmungsschwankungen. In der fraglichen Nacht regnete es besonders heftig – so als würde ein besonders verärgerter Himmelsgott mit aller Macht ganze Hände...
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Wenn die Schweiz über sich und ihre Herkunft diskutiert, tut sie das immer häufiger in erschreckender Einfalt – und verbaut sich damit Teile ihrer Zukunft. Kritik eines mittlerweile ausgewanderten Mittelland-Indianers.
Von Daniel Goetsch

Daniel Goetsch, photographiert von Jannis Keil.

Im Arbeitszimmer meines Grossvaters hing ein mächtiger Bogen mit zwei Pfeilen. Das Kinderauge erkannte sofort: Das ist kein Spielzeug, das ist echt. Hinzu kam, dass mein Grossvater sich und seine Vorfahren gelegentlich als «Pieds noirs» bezeichnete und mit seinem dunklen Teint, den schwarzen Augen und markanten Gesichtszügen bestens in eine Karl-May-Kulisse passte. So stand für mich als Achtjähriger fest: Ich stamme von Schwarzfussindianern ab. Das war zwar ein...
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Initiative ist das eine, der Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens erfordert aber mehr. Ein Gespräch über den richtigen Moment, den geeigneten Standort und den Wert von Humor im eigenen Team.
Von Michael Wiederstein, Thomas Bergen

Thomas Bergen, photographiert von Michael Wiederstein.

Herr Bergen, Sie haben getAbstract im Jahr 1999 mitgegründet – die Firma steuert auf ihr 20-Jahr-Jubiläum zu. Erinnern Sie sich noch, wie alles angefangen hat?Da muss man weit zurückgehen, weit vor die Gründung. Oft sind die Wurzeln zu Gründungen schon in der Kindheit angelegt – bei einer Firmengründung kommt es sehr auf das richtige Personal an. Bestenfalls muss man sich im Moment der Umsetzung einer Idee das Team nicht mühsam zusammensuchen,...
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Staatliche Stellen müssen immer ausführlicher Rechenschaft ablegen über alles, was sie tun. Mehr Vertrauen und Eigenverantwortung sowie eine offene Fehlerkultur würden der Effizienz mehr dienen.
Von Tim Guldimann

Tim Guldimann, photographiert von Marcus Höhn / laif.

Vor rund einem Jahr diskutierten wir in der aussenpolitischen Kommission des Nationalrates über die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz und über einen entsprechenden Rahmenkredit von über 11 Milliarden Franken für die Jahre 2017 – 2020. Natürlich war ich dafür und habe am Ende für den höchstmöglichen Kredit gestimmt. Doch zuvor litt ich: der Bundesrat legte dem Parlament einen 458 Seiten langen Bericht vor. Ich glaube, ich war der einzige...
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Antwort auf Tim Guldimanns Essay «Auf dem Holzweg» in der Dezember/Januar-Ausgabe dieser Zeitschrift.
Von Tito Tettamanti
Staatliche Stellen müssten immer ausführlicher Rechenschaft ablegen über alles, was sie tun, schreibt Nationalrat Tim Guldimann in der letzten Ausgabe des «Monats». Er plädiert für mehr Vertrauen in die Verwaltung, was zunächst einmal sehr lobenswert ist. Ich wäre sogar zu 100 Prozent einverstanden mit seiner Behauptung, wenn er sich nicht nur auf staatliche Stellen, sondern auch – und vor allem! – auf die Bürgerinnen und... » Mehr
Die heutige Dopingpolitik mit ihrer angeblichen Sorge um die Gesundheitsgefährdung von Spitzensportlern ist von Widersprüchen geprägt und möglicherweise verfassungswidrig. Eine Dopingfreigabe würde die Chancengleichheit unter den Sportlern erhöhen.
Von Thomas Rihm

Thomas Rihm, photographiert von Günter Bolzern.

Seit den 1990er Jahren gibt es fast keinen Tour-de-France-Sieger, der nie in Verbindung mit Doping gebracht wurde. Der 2001 und 2006 des Dopings überführte Sprinter Justin Gatlin sieht sich mit neuen Dopingvorwürfen konfrontiert, obwohl er seither nie positiv getestet wurde. Und jüngst wurden 25 russische Athleten für die Olympischen Spiele auf Lebenszeit gesperrt, während die übrigen an den kurz bevorstehenden Winterspielen in Südkorea nur unter neutraler...
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Die meisten Menschen haben ein gespaltenes Verhältnis zu Mathematik und Statistik, gleichwohl erkennen sie an, dass Zahlen eine enorme Bedeutung für unser Verständnis der Welt haben. Auch – und: vor allem – die grösste Null in Mathe sollte wissen: Zahlen machen vor allem Sinn, wenn man sie richtig interpretiert.
Von Vince Ebert
Für viele ist die Welt der Zahlen ein Buch mit sieben Siegeln. Schon der Kirchenvater Augustinus schrieb um das Jahr 400: «Hütet Euch vor den Mathematikern, denn es besteht die Gefahr, dass sie mit dem Teufel im Bunde sind.» Viele Leser werden ihm bei dem Gedanken an ihren eigenen Mathematikunterricht recht geben, dabei haben Zahlen für das Verständnis der Welt eine enorme Bedeutung.
Die Mathematik kam auf, als unsere Vorfahren zum ersten Mal erkannten, dass eine... » Mehr
«Total daneben», «katastrophale Vorhersagen», «überflüssig» – die mediale Kritik an den Ergebnissen der Meinungsforschung ist allgegenwärtig. Aber ist sie auch berechtigt?
Von Petra Huth

Petra Huth, photographiert von Werner Tschan.

Ob es um die Wahl des neuen US-Präsidenten, die Wahlen in Deutschland oder den Brexit geht: Umfragen im Vorfeld solch demokratischer Grossereignisse scheinen immer öfter danebenzuliegen. Für einige ist das Ende der Prognosen bereits eingetreten: Big Data, also die digitale Realvermessung des Forschungsobjektes «Bürger oder Bürgerin», ersetze zunehmend die Meinungsforschung. Massendaten seien viel aussagekräftiger, legten sie doch das reale Entscheidungs-...
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Egal ob BIP, Inflationsrate oder Staatsverschuldung: Das Handeln von Millionen Menschen adäquat mit ein oder zwei Ziffern abgebildet zu sehen, diesem Trugschluss unterliegen viele Zeitgenossen, wenn sie die prominenten Kennzahlen der Ökonomie betrachten. Wie aussagekräftig sind sie wirklich?
Von Lars P. Feld, Michael Wiederstein

Lars Feld, Bild: Imago / IPON.

Herr Feld, wie aussagekräftig sind Ihrer Meinung nach offiziell ausgewiesene Inflationsraten?Allein und für sich genommen ist die Inflationsrate wenig aussagekräftig. Jeder Ökonom weiss: eine einzelne Kennzahl sagt Ihnen nichts, Sie müssen mehrere Kennzahlen und Indikatoren haben und diese untereinander in Beziehung setzen – möglichst sinnvoll natürlich. Es ist eigentlich wie bei allen angeblich so entscheidenden ökonomischen Kennzahlen und Indizes...
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Von Niko Stoifberg, Christina Baeriswyl
Lass uns einen fremdenfeindlichen Klimaleugner mit terroristischer Vergangenheit wählen – um die Mitte-Parteien aufzuwecken....
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Die Ausgaben des «Schweizer Monats» werden von einem eingeladenen Gast beurteilt. Im Sinne der Transparenz veröffentlichen wir die Essenz der Blattkritik jeweils online.
Von Gaudenz Looser, Edith Hollenstein, Peter Hartmeier, Sven Millischer, Manuela Stier, Lucia Waldner, David Fehr, Elisabeth Schoch, Rico Bandle
Schweizer Monat / Ausgabe 1051November 2017
Von Rico Bandle
Die Idee, mich für eine Blattkritik einzuladen, kam an einem Mittagessen mit Ronnie Grob. Ich erklärte ihm, weshalb ich das Blatt selten lese, obschon es im Büro herumliegt: «Ihr habt auf dem Cover immer eine Person, die man nicht kennt, und eine Titelzeile, die man nicht versteht.» Er meinte daraufhin, das solle ich doch etwas ausführlicher der ganzen Redaktion erklären.
Als ich dann die aktuelle...
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