Schweizer Monat
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Von Redaktion

Fachkräftemangel

Nicole Burth Tschudi ist CEO des grössten Arbeitsvermittlers der Schweiz. Als Michael Wiederstein zum Gespräch über den hiesigen Arbeitsmarkt, über Fachkräfte und Fachkräftemangel bei ihr vorstellig wurde, traf er eine gut vorbereitete und debattierfreudige Ökonomin an, die keinen Zweifel daran liess, dass der gegenwärtige Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften noch nichts ist im Vergleich zu den Umwälzungen, die den... » Mehr
«Ich weiss, dass ich nicht weiss.» – Sokrates
Von Michael Wiederstein
In der aktuellen Debatte um sogenannte Fake News ist es so gekommen, wie es leider oft kommt: Politiker fordern ein Verbot, und zwar von Falschmeldungen in den Medien. Wer nachweislich Unfug verbreitet, soll bestraft werden. Das ist ärgerlich, denn es geht völlig am Punkt vorbei. Beim – unglücklich gewählten – Begriff «Fake News» geht es nicht um faktische Fehler in der Berichterstattung. Es geht nicht darum, dass Journalisten nicht «die ... » Mehr
RES PUBLICA
Von Nadine Jürgensen
Ein Grund für den Erfolg der Schweiz ist ihre Kultur des individuellen Engagements für die Gesellschaft, die gerade auch im Arbeitsleben stets hochgehalten wurde: Arbeitgeber unterstützen Mitarbeitende, die sich in Vereinen, in politischen Ämtern oder im Militär einsetzen und dafür unter Umständen dem Arbeitsplatz fernbleiben müssen. Engagierte Bürger sind meist auch engagierte Mitarbeiter. Diese Überzeugung hat sich für unser Land seit... » Mehr
FREIE SICHT
Von Christian P. Hoffmann
Präsident Trump bereichert das politische System der USA um eine Prise Dialektik: Auf der einen Seite regiert der populistische Aussenseiter per Dekret an Parlament, Medien und Verwaltung vorbei. Auf der anderen Seite erleben oppositionelle Gruppen, Parteien und Medien einen kräftigen Zustrom neuer Unterstützer. Mit Hölderlin könnte man sagen: «Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch.» Nach nur vierzehn Tagen im Amt (und etwa so vielen Dekreten) erlebten... » Mehr

Niko Stoifberg ist Autor und Journalist in Luzern. Christina Baeriswyl arbeitet als Artdirectrice und Illustratorin in Zürich. Ihre Cartoons erscheinen erstmals und exklusiv im Schweizer Monat.


Scheitern ist verpönt – politisch wie pädagogisch. Dabei sind es Misserfolge, die Wachstum erst ermöglichen.
Von Steven Horwitz
Scheitern hat heutzutage keinen guten Ruf. In der Welt des 21. Jahrhunderts breitet sich zunehmend die Überzeugung aus, Misserfolge müssten um jeden Preis vermieden werden. Das lässt sich auf verschiedenen Ebenen beobachten, im Öffentlichen wie im Privaten. Im privaten Bereich gibt es heute immer mehr Eltern, die ihre Kinder möglichst von jedem Risiko fernhalten und die sie aus schwierigen Situationen gleich herausreden, sollten sie mal scheitern. Genau diese Rolle wird...
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Die Gesellschaft pflegt einen zunehmend intoleranten Umgang mit Fehlern von Politikern und Wirtschaftsführern. Gedanken zur heutigen Fehler(un)kultur.
Von Gabi Huber
In unserer Gesellschaft lässt sich seit einigen Jahren eine abnehmende Toleranz gegenüber Fehltritten von Exponenten aus Wirtschaft und Politik beobachten. Wird ein solcher Fehltritt bekannt, folgen sofort Skandalrufe, die Forderung nach Nulltoleranz, der Aufruf zu Rücktritt, Abgabe aller Ämter und Parteiausschluss.
Befeuert wird der Trend von der Bereitschaft – um nicht zu sagen vom Geschäftsmodell – der Medien zu skandalisieren. Mit täglich neuen... » Mehr
Während viele Menschen den Absturz fürchten, wird er im Silicon Valley zelebriert. Das ignoriere die Sehnsucht der Menschen nach Stabilität, sagt ein Kulturphilosoph aus Stanford.
Von Sarah Pines, Robert Pogue Harrison
Herr Pogue Harrison, das gegenwärtige Siliziumzeitalter ist ein Zeitalter der rasanten Veränderung. Kann der permanente Drang zum Neuen, der vom Silicon Valley ausgeht, die Welt retten?
 Das Silicon Valley will die Welt nicht retten, sondern verändern. Nur setzt man hier Veränderung fälschlicherweise mit mehr Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Weltverbesserung gleich. Ich glaube jedoch, dass permanente Umwälzungen durch das Neue genau das Gegenteil von...
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Man tut etwas, von dem man weiss, dass es schieflaufen könnte, macht es trotzdem, es läuft tatsächlich schief – ja, und dann?
Von Gina Bucher
Das Scheitern ist zurzeit sehr in Mode. Tech-Unternehmer feiern ihr eigenes Versagen an sogenannten «Fuck-up-Nights», junge Start-up-Gründer werden ermuntert, Fehler als Chance zu sehen, und Menschen, die nach einem Sturz stark wieder aufstehen, werden enthusiastisch beklatscht. Doch das betrifft nur ein Scheitern, das schliesslich doch in eine Erfindung, eine positive Überraschung oder ins Glück mündete. Scheitern, das kapitalisiert oder konstruktiv genutzt wird.... » Mehr
Wie Fake News und Desinformation funktionieren – und wie eine freiheitliche Gesellschaft damit umgehen könnte.
Von Stephan Russ-Mohl
Nach dem Mord an einer Studentin in Freiburg kursierte im Netz ein vermeintliches Zitat der deutschen Grünen-Politikerin Renate Künast, wonach der Täter, ein «traumatisierter Flüchtling», «zwar getötet» habe, man «ihm aber jetzt trotzdem helfen» müsse. Innerhalb eines Tages bekam die Meldung gut 4000 Emotionen auf Facebook, vor allem wütende, und wurde 4500-mal geteilt. Die Meldung, Papst Franziskus empfehle Donald Trump zur...
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Sven Mumenthaler, Mitarbeiter der Kunstbetrieb AG
Von Serena Jung

Illustration: Matthias Wyler / Studio Sirup

Sven Mumenthaler ist nur schwer auffindbar – auf 2500 Quadratmetern schreinert, giesst, brennt, schweisst, fräst, ziseliert, patiniert und lackiert der Kunstbetrieb in Münchenstein, Baselland. Zwischen den zwei Werkshallen treffen wir uns dann doch noch, setzen uns in der Küche an einen langen Tisch, wo er schmunzelnd den Wein betrachtet: «Eine schöne Tinte.»
Mit Farben kennt sich der Kunstbetrieb aus. Seine Kollegin habe gerade einige Tage daran...
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Von Karen Horn
«Ein Volk ist ein einziges Herz, das in Millionen von Brüsten schlägt, ein einziger Atem, eine einzige Hoffnung.»Marine Le Pen Vorsitzende und Präsidentschaftskandidatin des Front National, in ihrer Rede zum Wahlkampfauftakt in Fréjus am 18. September 2016.
 
Begriffe entstehen und wandeln sich im Gebrauch. So kann ein und dasselbe Wort je nach Kontext unterschiedliche Konnotationen erwerben – wie eben der Begriff «Volk». Hier ist... » Mehr
Short Story von Lionel Shriver
Übersetzt aus dem Englischen von Gesine Schröder
Mit Illustrationen von Wojtek Klimek
Von Lionel Shriver
Liebe Sarah,
bitte entschuldige, dass ich dir so förmlich schreibe, aber ich fürchte, das hier kann ich nicht bei einem Glas Wein mit dir besprechen, allein schon, weil mir selbst noch nicht klar ist, was ich sagen will.
Du sollst wissen, wie viel unsere Freundschaft mir bedeutet. Als wir alle uns kennenlernten, bei der Wandertour durch die Wüste Sinai, war uns zwei Paaren gemeinsam, dass wir uns nie beschwerten. Andere jammerten pausenlos über das Essen und die Hitze,...
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Rearistokratisierung, Starkult und harte Konkurrenz:
Was bleibt, wenn der autonome Künstler, sein Werk und Ideal Geschichte sind?
Von Johannes M. Hedinger

Wolfgang Ullrich, photographiert von Christoph Busse / Visum.

Wolfgang, was macht die Kunst?
 Sie zerstiebt in alle Richtungen. Und diffundiert langsam in andere Bereiche unserer Gesellschaft.
Optimistisch interpretiert bedeutet das: Kunst ist überall. Pessimistisch ausgelegt: Kunst verschwindet.
 Wir leben heute in einer Welt, in der Kunst sich immer mehr an andere kreative Berufe annähert, den Designer, den Architekten, den Regisseur, den Modemacher. Die sind alle strukturell ähnlich organisiert. Da droht tatsächlich der...
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Zur Zukunft des Wirtschaftsstandorts Schweiz
Von Redaktion
«Das Erfolgsgeheimnis von Schweizer KMU:hohe Widerstandskraft und beherztes Anpacken der Herausforderungen.»
Remy ReichmuthReichmuth & Co Privatbankiers
 

 
Rückgrat», «Wurzel des Mittelstands», «Erfolgsgeheimnis der Schweiz» – an positiven Zuschreibungen mangelt es kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande nicht. Hiesige KMU beschäftigen rund 60 Prozent der Arbeitnehmer, das enge Geflecht aus voneinander... » Mehr
Die Schweiz ist stabil und sorgt für Rechts-, Handels- und soziale Sicherheit.
Die hohe Eigenständigkeit der Gemeinden und Kantone macht’s möglich.
Wer sie untergräbt, setzt die Zukunft aufs Spiel.
Von Christoph A. Schaltegger, Christian Frey, Lukas A. Schmid

Lukas A. Schmid, Christian Frey und Christoph A. Schaltegger, photographiert von Thomas Burla.

Kleine und mittlere Unternehmen stellen in der Schweiz rund 68 Prozent aller Arbeitsplätze. Zum Vergleich: in Deutschland beträgt dieser Wert 45, in Österreich 50 und in Frankreich 52 Prozent1.  Gleichzeitig sind hierzulande aber auch viele produktive und innovative Grossunternehmen beheimatet – mit entsprechendem Erfolg auf den Weltmärkten. Über zahllose Dienstleistungs- und Zulieferbeziehungen verbinden sich die wirtschaftlichen Akteure in einer...
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Bürgerliche Regierungsparteien empören sich über unnötige Regulierungen, die sie nicht selten selbst verursacht haben. Ein Besuch bei der Legislative.
Von Ronnie Grob

Die neuen Deklarationsvorschriften des Lebensmittelgesetzes verlangen nun auch Angaben zu Allergenen im Offenverkauf. Für die englischen Touristinnen in der Schweiz von 1952 würden diese ab dem 1. Mai 2017 lauten: «Caution: This ananas contains ananas.» Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_M01-0981-0004 / CC BY-SA 4.0

«Je verdorbener der Staat, desto mehr Gesetze hat er.» – Publius Cornelius Tacitus, römischer Historiker
Bundesrat Johann Schneider-Ammann brachte es kürzlich in einem Interview mit der NZZ auf den Punkt: «Wir reden zwar von Deregulierung und Bürokratieabbau, aber wir machen genau das Gegenteil. Pro Woche produzieren wir 140 A4-Seiten zusätzliche Vorschriften. Das ist eine Fehlentwicklung.» Eine Fehlentwicklung, korrekt. Sie sollte beim...
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Bis zum Jahr 2030 fehlen im Land rund eine halbe Million Fachkräfte.
Der technologische Wandel verschärft das Problem zusätzlich.
Kann die Schweiz noch rechtzeitig reagieren?
Von Michael Wiederstein, Nicole Burth Tschudi

Nicole Burth Tschudi, zvg.

Frau Burth Tschudi, beginnen wir historisch: bis in die ersten Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts mussten unzählige Menschen die vergleichsweise arme Schweiz auf der Suche nach Arbeit verlassen. Heute jedoch ist die Schweiz ein prosperierendes Land, das seit Jahrzehnten Arbeitskräfte und Ideen importiert, weil sie – wie die meisten Länder der Welt – im wirtschaftlich wachsenden Umfeld den Bedarf nicht aus eigener Kraft decken kann. Der Lebensstandard ist enorm...
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Der hiesige Umgang mit Risikokapital ist ein Fiasko für Unternehmen an der Spitze des technischen Fortschritts.
Von Henri B. Meier
Ein Arbeitsplatz ist, das bestätigen Umfragen zu diesem Thema regelmässig, so ziemlich das Wichtigste für Herrn und Frau Schweizer. Und jede Statistik, die den Arbeitsmarkt des Landes untersucht, zeigt: kleine und mittlere Unternehmen sind hierzulande die wichtigsten Arbeitgeber. Da regelmässig auch KMU verschwinden, müsste der Gründung von Jungunternehmen aktuell höchste Priorität eingeräumt werden, mithin vor allem solchen, die eine Zukunft haben im... » Mehr
Der Wettbewerb für KMU wird rauher, der politische Ruf nach Schutz lauter, die Rahmenbedingungen werden komplexer. Was können die einzelnen Unternehmen tun, um den Herausforderungen zu begegnen?
Von Sabrina Schell
Der Volksmund nennt sie gern «Rückgrat» von Wirtschaft und Gesellschaft – kleine und mittlere Unternehmen. Nicht nur statistisch gesehen ist da etwas dran. 99 Prozent der Schweizer Unternehmen sind KMU, sie beschäftigen rund zwei Drittel der Arbeitnehmer, diese Zahlen sind seit Jahren konstant. Dennoch ist ihr Narrativ schon fast dystopisch, wenn man einschlägige Medien und mannigfache Warnrufe der Politiker verfolgt. Die pointierten Abgesänge gelten dabei... » Mehr
Von Redaktion, Urs Kessler
Was hat Sie in den vergangenen fünf Jahren unternehmerisch besonders herausgefordert?
Wir haben schon vor 20 Jahren auf Asien gesetzt. Heute können wir am Wachstum in Asien teilhaben und davon profitieren – und kompensieren so vor allem den teils eingebrochenen europäischen Markt der letzten Jahre. Sorgen gemacht hat uns vor allem das Geschäftsjahr 2016 – denn die Schweiz als Tourismusdestination hat unter den Terroranschlägen in Europa gelitten. Wir... » Mehr
Von Redaktion, Claude Stadler
Was hat Sie in den vergangenen fünf Jahren unternehmerisch besonders herausgefordert?
Die Relation des Schweizer Frankens zum Euro war unsere grösste Herausforderung. Die Umsätze, die wir in Schweizer Franken erzielen, die ja theoretisch als «Hedge» dienen würden, kommen aus dem Handelsgeschäft. Das heisst: als die Aufwertung stattgefunden hatte, riefen am nächsten Tag direkt die Kunden an, um die Weitergabe von Preisvorteilen auf die importierten... » Mehr
Von Redaktion, Jean-Pierre Wyss
Was hat Sie in den vergangenen fünf Jahren unternehmerisch besonders herausgefordert?
Als führender Anbieter von Modulen und Chips für Positionierung und drahtlose Kommunikation war und ist geschicktes Diversifizieren gefragt, das heisst: in verschiedenen Bereichen – in der Automobil-, Industriegüter- und Konsumgüterindustrie – tätig sein. Dank unserer sehr global und divers aufgestellten Struktur waren wir mit dem Frankenschock vor zwei Jahren nicht... » Mehr
Gregor Szyndler trifft Tim Krohn
Von Gregor Szyndler

Tim Krohn, photographiert von Tim Krohn.

Nicht nur die Fassade des Wohnhauses an der Röntgenstrasse in Zürich sieht aus als ob direkt vom Umschlag von Tim Krohns neuem Werk «Herr Brechbühl sucht eine Katze» ans Trottoir gestellt: es fehlen bloss das Pflänzchen auf dem Fensterbrett, die hübsche Nachbarin auf dem Balkon oder jener Schatten mit Hut, der an den Fensterläden steht. Es ist eines jener Déjà-vus, wie sie die Literatur ermöglicht. Kleine Fluchten in den gut...
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