Schweizer Monat
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Von Michael Wiederstein
«There is room for words on subjects other than last words.» Robert Nozick
Für Liberale sind Armee und Wehrpflicht zweischneidige Schwerter: man kann sich dem Dienst an der Waffe gegenüber aufgeschlossen zeigen und finden, dass der staatliche Zwang nötig und gerechtfertigt sei, um die Sicherheit eines (ansonsten weitgehend) freien Landes zu garantieren. Oder man kann sich jedem Zwangsdienst von vornherein verweigern – weil er nun einmal das Gegenteil von... » Mehr
Von Redaktion
Grüezi, Howard!
Als an einem Mittwoch im Sommer eine lange, ver­dunkelte Limousine vor dem Redaktionsgebäude in Zürich-Wipkingen hält, ein Fahrer mit Chauffeursmütze die Tür öffnet und in der Kaffeeküche getuschelt wird, ist klar: Heute kommt hoher Besuch. Investor Howard Marks, von dem selbst Warren Buffett gern lernt, ist an der Börse zum Milliardär geworden – und das mit «schweizerischen» Werten: konservativ anlegen,... » Mehr
Immigration muss einen Preis haben: es braucht Zuwanderungsabgaben statt Kontingente!
Von Reiner Eichenberger, David Stadelmann
Die Zuwanderung in die Schweiz hat seit dem Rekordjahr 2013 abgenommen. Problem also gelöst? Nein. Zum einen stagniert sie nun auf immer noch hohem Niveau und kann jederzeit wieder steigen. Zum anderen ist der Rückgang nicht nur gut. Er zeigt vielmehr, dass die Schweiz an Attraktivität verloren hat – wohl auch infolge der Zuwanderung selbst. Deshalb diskutieren wir, was Personenfreizügigkeit wirklich bringt und wie sie fruchtbar weiterentwickelt werden kann. Dabei geht... » Mehr
Zahl des Monats
Von Alexander Fink
Prozent der Einwohner der USA sitzen hinter Gittern. Nirgendwo ist die Rate höher. Unter den westlichen Ländern sind die USA ein deutlicher Ausreisser. Neuseeland findet sich mit einer Quote von 0,22 Prozent auf der Liste aller Länder bereits 60 Plätze hinter den USA wieder. Grossbritannien als erstes westeuropäisches Land liegt mit 0,14 Prozent auf Platz 109. In der Schweiz und in Deutschland liegt die Quote bei etwa 0,08 Prozent – eine ganze Grössenordnung... » Mehr
Die Schweizer Einwanderungspolitik und die Kritiker der Personenfreizügigkeit gehen von falschen Prämissen aus: Wenn es um effiziente Allokation – auch von Arbeitskräften – geht, ist der Staat dem Markt unterlegen. Es braucht nicht mehr, sondern weniger Abgaben. Eine Replik.
Von Pierre Bessard

Pierre Bessard, zvg.

Angesichts der anhaltenden, wenn auch im Hinblick auf die Einwandererzahlen wohl leicht nachlassenden Attraktivität der Schweiz als Niederlassungsstandort für zahlreiche Nichtschweizer bleibt die Personenfreizügigkeit unter Druck. Eigentlich dürfte sich ja ein Land geschmeichelt fühlen, wenn es produktive Kräfte eher anzieht als abschreckt, ja mehr noch: Es sollte dies als Anlass nehmen, anstelle einer Symptombekämpfung der angeblichen Nachteile des...
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Wenn es um zweckmässige Modelle für die Organisation von Einwanderung geht, wird gern das kanadische Punktesystem zitiert. Die ehemalige Generalgouverneurin des Landes weiss, wie es tatsächlich darum steht.
Von Michael Wiederstein, Adrienne Clarkson

Adrienne Clarkson, photographiert von Philipp Baer.

Frau Clarkson, Sie sind als Flüchtlingskind im Jahre 1942 aus Hongkong nach Kanada gekommen. Heute sind Sie nicht nur eine bekannte «kanadische» Schriftstellerin, sondern auch ehemalige Generalgouverneurin von Kanada, das Sie einmal aufgenommen hatte, waren zwischen 1999 und 2005 also die Repräsentantin von Königin Elizabeth II als Monarchin des Commonwealth Realm. Wenn Sie zurückdenken: Wann wurde Kanada Ihr Zuhause?Gleich nachdem wir angekommen waren. Wir hatten...
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Freie Sicht
Von Christian P. Hoffmann
Stellen Sie sich vor, Sie bestellten einen Schnaps – aber ohne Alkohol. Oder eine heisse Schokolade – aber kalt. Oder ein Bier – aber warm und abgestanden. Gut, letzteres wäre für einen Briten nicht schwer vorzustellen. Aber: warum sollte man jenseits der Insel ein Getränk bestellen, dessen mitunter grösste Vorzüge man gar nicht schätzt?
Ins Politische übertragen wäre diese Frage der Schweizer Linken, genauer: den Sozialdemokraten und... » Mehr
Von Nadine Jürgensen
Es ist schon allerhand: Nicht 80 000, sondern 454 000 Doppelverdiener-Ehepaare sind von der Heiratsstrafe beim Bund betroffen. Sie zahlen über 10 Prozent mehr Steuern im Vergleich zu unverheirateten Paaren mit gleichem Einkommen. Diese Korrektur vermeldete kürzlich die Eidgenössische Steuerverwaltung, die bisher «vergessen» hatte, Familien mit Kindern einzuberechnen.
Verständlicherweise ärgerten sich CVP-Präsident Gerhard Pfister und die... » Mehr
Von Niko Stoifberg, Christina Baeriswyl
Ist mir egal, was der Mike alles darf. Es wird NICHT an Land gekrochen!...
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Bei einem Redaktionsbesuch in Zürich-Wipkingen erklärt Investorenlegende und Milliardär Howard Marks, warum Ideologien beim cleveren Investieren vor allem eines sind: hinderlich.
Von Stephan Bader, Howard Marks

Howard Marks, photographiert von Thomas Burla.

Herr Marks, Sie sind seit 50 Jahren Investor. Müssen Sie zuweilen aufpassen, nicht in gefährliche Routinen zu verfallen?Nun, Routine ist bis zu einem gewissen Grad durchaus nützlich. Wir beobachten den Markt ja gerade deshalb, weil wir Muster zu erkennen hoffen, um nicht jeden Tag vor dem Börsengeschehen zu stehen, als wäre es der erste. Wir müssen aber auch verstehen, dass die Geschichte für die Gegenwart eben nicht zu 100 Prozent relevant ist. Mark Twain...
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Marc Zimmermann, Geschäftsführer Femec AG, Wetzikon
Von Lukas Rühli

Illustration: Matthias Wyler / Studio Sirup

Marc Zimmermann sitzt in seinem Büro vor drei aneinandergereihten 28-Zoll-Bildschirmen – in bester Daytradermanier. Mit der Börse hat er allerdings wenig zu tun: Er leitet ein Unternehmen, das im Kundenauftrag Metallteile herstellt. Und die Bildschirme? «Ich finde halt Technologie spannend.»
Es ist 14 Uhr. Ein Glas Wein trinken wir heute nicht, Zimmermann hat viel zu tun und ist froh, dass er mich nicht am Abend treffen muss. Denn der gehört seiner Familie:...
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Ideen muss man haben!
Von Dominik Imseng
Sie schufen eines der grössten und beständigsten Imperien der Geschichte – mit Hilfe eines Raben. Im dritten Jahrhundert v. Chr. hatten die Römer die italienische Halbinsel erobert. Doch weil sie nicht wussten, wie man Kriegsschiffe baut,beherrschten noch immer die Karthager das Mittelmeer.
Eines Tages hatten die Römer Glück. Sie fanden das Wrack eines karthagischen Kriegsschiffs. Schnell nahmen sie es auseinander, um zu verstehen, wie es gebaut war. Dann... » Mehr
Eine Kurzgeschichte von Ally Klein
Mit Illustrationen von Nico Kast
Von Ally Klein
Wie von selbst bogen die Füsse nach links, weg von der Stadt, liefen in die Dunkelheit hinein, aus dem Hafen heraus, bald wurde der Asphalt zum weichen Gekröse der Felder, in das ich einsank. Schwer, mit gespitzten Knien bei jedem Schritt bewegte ich mich voran, über den pilzbefressenen Raps, seine faulen Reste. Das Bier klatschte gegen die Bauchwand, Füsse wie Klötze, mit einer Fracht Dreck an den Sohlen stampfte ich geradeaus, lief dilettantisch, als hätte ich...
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Im hinteren Glarnerland forscht und arbeitet es sich als Künstler weitgehend ungestört – der künstlerische Umgang mit den Elementen ist mitunter gar leichter als derjenige mit den Nachbarn. Annäherung an den Maler Patrick Rohner und seine Arbeit in und mit rauer Landschaft.
Von Johannes M. Hedinger, Patrick Rohner

Patrick Rohner (links) mit Helfer Kurt Wegmann während des Aufbaus einer «Steinzeichnung» bei der Sardonahütte SAC im Rahmen seines Beitrages zum Jubiläum des UNESCO-Welterbes Tektonikarena Sardona, photographiert von Invar Torre Hollaus.

Patrick, was macht die Kunst?Die Kunst gibt uns die Möglichkeit einer alternativen Wahrnehmung der Welt, die ausserhalb herkömmlicher Funktionalitäten steht. Kunst kann Systeme aufbrechen, irritieren und sie bringt uns dazu, innezuhalten. Kunst ist ein Ausstieg aus alten funktionellen Mustern.
Wie bist du «ausgestiegen»?Zuerst habe ich ja ein Primarlehrerstudium gemacht. Und habe damit eine Funktion erfüllt. Für die Gesellschaft, auch für mich selbst....
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Über die Herausforderungen der Miliz-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik
Von Redaktion
«Braucht es die Schweizer Milizarmee noch? Mehr denn je! Sie stärkt die Glaubwürdigkeit unseres Bundesstaates, muss aber auch einsatzbereit und gut ausgerüstet sein. Ausserdem braucht es Bereitschaft zu internationaler Kooperation, und zwar im Sinne der Wahrung unserer Interessen.» Georges Bindschedler

 
Informatikprobleme, hohe Kreditkartenspesen, eine Luftwaffe, die nur zu Bürozeiten fliegt: die letzten grossen Stories der Medien über die Schweizer... » Mehr
Warum wir die wehrhaften Wurzeln der Schweiz nicht verleugnen sollten. Eine Einführung.
Von Bernhard Ruetz

Bernhard Ruetz, photographiert von Michael Wiederstein.

Felix Helvetia: Wie unbeschwert und heiter ist ein Volk, das sich nicht unentwegt an Kriegsopfer und militärische Heldentaten zu erinnern hat! Während man in anderen Ländern auf Schritt und Tritt über Soldatendenkmäler stolpert, sind diese rar in der Schweiz. Auch Statuen von Generälen sind kaum präsent. Statt Siegessäulen und imperialer Triumphbögen bewacht Alfred Escher den Eingang der Zürcher Bahnhofstrasse als wirtschaftliches Epizentrum der...
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Welche Auswirkungen haben künftige sicherheitspolitische Bedrohungen auf die Ausrichtung von Verteidigungspolitik und Streitkräften einzelner Nationen? Eine globale Umschau.
Von Markus Kaim

Markus Kaim, zvg.

Etwas Alarmismus und Selbstbezogenheit ist immer dabei, wenn eine Generation aussenpolitischer Eliten behauptet, sie stünde vor derartig gewaltigen oder besonderen Herausforderungen wie keine andere vor ihr. Die Schaffung der Vielzahl von multi­lateralen Organisationen zur Gewährleistung der internationalen Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg; die Einhegung des Ost-West-Konfliktes, so dass dieser nicht global militärisch ausgetragen wurde; die zwar immer wieder durchbrochene,...
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Seit der weltpolitischen Wende zu Beginn der neunziger Jahre versuchen die Streitkräfte, sich laufend auf neue Kriegsformen einzustellen. Dabei gerät strategisches Denken zunehmend in den Hintergrund – auch in der Schweiz. Welche Folgen hat das?
Von Bruno Lezzi

Ketten montiert? Die Weiterfahrt könnte holprig werden. Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Jack Metzger / Com_M12-0346-0001-0004 / CC BY-SA 4.0.

Schon 1973 hat der bekannte britische Historiker und Strategiewissenschafter Sir Michael Howard in einem Vortrag mit dem Titel «Military Science in an Age of Peace» lapidar festgehalten, dass jede in Friedenszeiten erarbeitete Militärdoktrin falsch sei. Das spiele allerdings keine Rolle, sagte er, denn es komme eher darauf an, im richtigen Moment den richtigen Weg einzuschlagen, und zwar möglichst rasch. Deshalb sei es entscheidend, den Hauptakzent auf geistige und...
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Die Redaktion auf Besuch bei der Armee.
Von Lukas Rühli, Ronnie Grob, Alicia Romero, Laura Clavadetscher

1960 wie heute: Junge Männer treten ihren ersten Tag in der Rekrutenschule an. Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / photographiert von Heinz Baumann / Com_L09-0148-0002-0005 / CC BY-SA 4.0.

1 Zum in die Luft fliegen
Flugbegeisterte Miliz- und Berufssoldaten arbeiten auf dem Militärflugplatz in Payerne eng zusammen. Am ehesten trennt sie noch die Sprache.Alicia Romero
Hoch über unseren Köpfen hängt ein Mann am Seil. Es ist befestigt an einem in der Luft kreisenden Super Puma, einem dunkelgrünen Transporthelikopter der Schweizer Luftwaffe. Mit seinen Knien stabilisiert der Mann eine leblose Person, die in einem Netz liegt. Erst auf den zweiten Blick erkenne...
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Der Milizgedanke prägt das schweizerische Organisationsprinzip und beruht auf der republikanischen Vorstellung, dass jeder dazu befähigte Bürger auch öffentliche Aufgaben zu übernehmen hat. Wie kompatibel ist diese Idee mit dem 21. Jahrhundert?
Von Daniel Lätsch

Daniel Lätsch, photographiert von Pascal Büsser / Südostschweiz.

Es ist eine Tatsache, dass die Armeereformen seit 1995 vorwiegend aus drei Gründen realisiert wurden: erstens, weil das vorhandene Rüstungsbudget zu einer Verkleinerung der Armee zwang, zweitens, weil die Stäbe und Verbände personell nicht mehr alimentiert werden konnten. Und erst drittens, weil sich die strategische Lage geändert hatte.
Dass am Ende des Kalten Krieges unter dem politischen Schlagwort «Friedensdividende» die Verteidigungsausgaben,...
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Was bringen der Schweiz internationale Kooperationen im Bereich der Sicherheitspolitik? Was können sie nicht bringen? Und wie sind sie mit der Neutralität vereinbar?
Von Laurent Goetschel
Erinnern Sie sich an Aremorica? Das kleine, gallische Dorf, die Heimat von Asterix und Obelix, das allein der römischen Übermacht trotzte und zugleich keinen Aufwand scheute, innere Zerwürfnisse in vollen Zügen auszutragen? Oft lieferte der Fisch bzw. dessen Frische den auslösenden Moment für solche inneren Kämpfe, bei denen am Schluss alle ermattet am Boden lagen, in vollem Bewusstsein darüber, dass es mit Sicherheit weitere Dispute geben würde. Der... » Mehr
Standortbestimmung der Chefin Sicherheitspolitik des VBS: Die Sicherheitslage hat sich verschärft. Terrorismus, Bedrohungen im Cyberraum sowie natur- und technikbedingte Ereignisse sind Gefahren, denen man passgenau begegnen muss.
Von Pälvi Pulli

Pälvi Pulli, zvg.

Die Schweiz befindet sich geographisch in einem relativ günstigen Umfeld: Sie ist umgeben von Demokratien, von denen die meisten der EU, der Nato oder beiden angehören. Trotz aller Interessendivergenzen ist es schwer vorstellbar, dass diese Länder untereinander oder gegen die Schweiz militärische Machtmittel einsetzen. Die sicherheitspolitische Lage in Europa hat sich zwar verschlechtert; sie ist aber immer noch besser als in fast allen anderen Regionen (Asien und Afrika,...
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Ronnie Grob trifft Bendrit Bajra
Von Ronnie Grob

Bendrit Bajra, photographiert von Ronnie Grob.

Bendrit Bajra besitzt zwei BMWs, einen M6 und einen X6, aber mich holt er «leider imene hyundai» ab, wie er mir auf WhatsApp schreibt. Es ist Dienstagabend, wir fahren auf der Autobahn in Richtung Westen, direkt hinein in den Sonnenuntergang. Im Zürcher Vorort Schlieren geht’s nach links zu «Rolli’s Steakhouse», wir parken im Hinterhof. Der Geschäftsführer und die Bedienung begrüssen ihn herzlich, als er kommt. «Ich bin etwa einmal...
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