Schweizer Monat
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Von Redaktion

Ungleicheit

Ein Minibus, besetzt mit den reichsten acht Menschen der Welt, versammelt heute gleich viel Vermögen wie 3,5 Milliarden Menschen der ärmeren Hälfte des Planeten. Diese Verteilung von Wohlstand sorgt aktuell für viel Empörung und gibt jenen politischen Kräften auftrieb, die sich für mehr materielle Umverteilung einsetzen.
 Vor dem Hintergrund der Geschichte menschlicher Zivilisation gewinnt man allerdings ein differenziertes Bild des... » Mehr
«Wenn wir Freiheit möchten, dann sind soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten ein legitimer und notwendiger Preis, den wir dafür zu zahlen haben.» – Lord Ralf Dahrendorf
Von Michael Wiederstein
«Zeit für mehr Gerechtigkeit!» rief die SPD – und erzielte dann das schlechteste Wahlergebnis ihrer Nachkriegsgeschichte. Das war im September, es war in Deutschland. Aber dieselben Töne hören wir in der zeitgenössischen Politik täglich. Meist von links, daran haben wir uns gewöhnt, neuerlich allerdings auch wieder aus der sogenannten Mitte oder von dezidiert Konservativen, hier bloss «volkssolidarisch» umformuliert. «Zeit also... » Mehr
RES PUBLICA
Von Nadine Jürgensen
«Böse Konzerne, gute Konsumenten?» war der Titel einer Veranstaltung, die ich kürzlich moderierte. Anlass war die Konzernverantwortungsinitiative, die mehr Transparenz und Verantwortung von Unternehmen fordert, die im Ausland produzieren (lassen). Die Initiative sieht eine Sorgfaltsprüfungspflicht vor, die Unternehmen dazu verpflichtet, allfällige Umwelt- oder Menschenrechtsverletzungen aufzudecken, Massnahmen dagegen zu ergreifen und darüber in einem... » Mehr
FREIE SICHT
Von Christian P. Hoffmann
Die unverhältnismässige Reaktion der spanischen Zentralregierung auf das ohnehin ungültige Referendum zur Unabhängigkeit Kataloniens hat sie einmal mehr auf die Agenda gesetzt: die Sezession. Man kann es nicht anders sagen: Sezession ist «in». Eben noch schaute die Welt gebannt auf die Abstimmung der Schotten zur Abspaltung von Restbritannien. Dann spaltete sich gleich ganz Grossbritannien von der EU ab – was wiederum die Schotten zum «Scexit»... » Mehr
Von Niko Stoifberg, Christina Baeriswyl
Leg das i-Dings jetzt weg, Jeremy. Um diese Zeit kommt bestimmt nichts mehr für dich....
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Ungleichheit wird nur durch katastrophale Ereignisse eingeebnet: grosse Kriege, revolutionäre Umwälzungen, Kollaps von Staaten und tödliche Pandemien.
Von Walter Scheidel

Walter Scheidel, photographiert von Daniel Hinterramskogler.

2016 vereinten die reichsten acht Menschen der Welt so viel privates Nettovermögen wie die ärmere Hälfte der Menschheit und damit über 3,5 Milliarden Menschen. Wollten sie einen Ausflug machen, würden diese acht Glücklichen in einen Minivan passen. Drei Jahre zuvor hätte es noch 85 Milliardäre gebraucht, um jene Schwelle zu erreichen; da wäre ein Doppeldeckerbus vonnöten gewesen. Und vor nicht allzu langer Zeit, im Jahr 2010, hätten ganze...
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Ungleichheit ist gar nicht das, was die Menschen verärgert. Wenn es denn fair zugeht.
Von Mark Sheskin

Zvg.

Was ist wohl die grösste globale Bedrohung: Atomkrieg, Aids oder wirtschaftliche Ungleichheit?In einer Befragung des Pew Research Council unter Amerikanern und Europäern tippte die Mehrheit auf «Ungleichheit». Diese Antwort wurde häufiger gewählt, da die Ungleichheit angestiegen und in den Mittelpunkt politischer und gesellschaftlicher Debatten gerückt ist. Das Weltwirtschaftsforum nannte 2012, 2013 und 2014 «gravierende Einkommensungleichheit»...
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Was ein falscher Begriff von Gerechtigkeit mit dem Erfolg von Protestparteien zu tun hat.
Von Dagmar Schulze Heuling
«Es reicht!» Auf diese leicht verkürzte Formel könnte man ein in jüngerer Zeit in vielen westlichen Ländern sehr beliebt gewordenes Politikrezept bringen. Nennenswerte Teile der jeweiligen Bevölkerungen protestieren gegen das, was man in den letzten Jahren als Zumutung von oben empfunden hat, ausgeheckt – so sehen es die Beteiligten – von abgehobenen, wenn nicht gar korrupten Eliten. Rechts- wie linkspopulistische Bewegungen und Parteien (also... » Mehr
Viele Zeitgenossen betrachten wachsende Vielfalt und Komplexität als gesellschaftliches Problem. Für den Liberalismus ist beides Teil der Lösung. Das kann ihm im Wettbewerb der politischen Ideen gerade jetzt Rückenwind geben. Ein Plädoyer.
Von Armin Nassehi

Armin Nassehi, photographiert von Hans-Günther Kaufmann.

Was derzeit in fast allen europäischen Ländern als «Krise der Parteiendemokratie» erscheint, ist die Ununterscheidbarkeit der Mitte-Links- und Mitte-Rechts-Akteure. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges waren sie die klassischen politischen Antipoden, aktuell wirken sie wenigstens insofern ununterscheidbar, als sie ausserstande scheinen oder nicht willens sind, ein zentrales Problem moderner Demokratien zu bearbeiten: Heterogenität. Kulturelle, gesellschaftliche,...
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Douglas Bakkum, Co-Gründer von Shift Devices
Von Ronnie Grob

Illustration: Matthias Wyler / Studio Sirup.

Spätabends im Bistro des «Clouds», in der 35. Etage über dem Bahnhof Hardbrücke in Zürich. Weit darunter die Züge, S-Bahnen und Trams. Kurz bevor ich beim Beobachten derselben wegdrifte, setzt sich Douglas Bakkum an den Tisch: 40 Jahre alt, wohnhaft in Basel, aufgewachsen in einem 2000-Seelen-Dorf im Bundesstaat Wisconsin, USA, verheiratet, eine kleine Tochter. Er trägt Wanderschuhe, weil er – im Rahmen des...
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Wortwechsel
Von Karen Horn
«Der in Europa bereits stattfindende Kulturkampf zwischen Abendland und dem Islam als Heilslehre und Träger von nicht integrierbaren kulturellen Traditionen und Rechtsgeboten kann nur abgewendet werden durch ein Bündel von defensiven und restriktiven Massnahmen, die eine weitere Zerstörung der europäischen Werte des Zusammenlebens aufgeklärter Bürger verhindern.»
Aus dem Parteiprogramm der AfD zur deutschen Bundestagswahl im September 2017

Es klingt... » Mehr
Kurzgeschichte von Lesley Nneka Arimah
Aus dem Englischen übersetzt von Richard Barth
Mit Illustrationen von Arianna Vairo
Von Lesley Nneka Arimah
Es bedeutet Berichterstattung rund um die Uhr. Um Schadensbegrenzung bemühte Politiker, Protestaufrufe von Aktivisten. Und dass die Enkelin von Francisco Furcal zur Verteidigung des Familienerbes eine Pressekonferenz gibt.
«Die Formel meines Grossvaters ist einwandfrei. Mathematik ist eine konstante, absolute Wissenschaft. Wenn irgendwelche Probleme auftreten, hat sich der jeweilige Anwender verrechnet.»
Schlechter Zug, meine Gute. Das drängte doch nur alle in die...
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Über Philanthropie im Zeitalter des Rechts- und Sozialstaats
Von Redaktion
«Seit der Jahrtausendwende erlebt das Schweizer Stiftungswesen eine historisch einmalige Dynamisierung. Immer mehr Menschen spüren: Geben macht glücklich. Klar ist aber auch: bei unbedachtem oder unbedarftem Vorgehen bleiben Philanthropinnen und Philanthropen nicht nur ohne Wirkung, sondern können sogar Schaden anrichten.» Thomas Sprecher, Stiftungsratspräsident der Fondation des Fondateurs

Auf den ersten Blick sind es grossartige Zeiten für die... » Mehr
Mit grossem Auftritt oder still? Vor dem Tod oder danach? Den Empfängern darf’s egal sein – Ihnen nicht. Eine heitere Kurzanleitung zum richtigen Geben, Spenden und Schenken.
Von Peter Schneider

Peter Schneider, photographiert von Claudia Herzog.

«Die nicht erwiderte Gabe erniedrigt auch heute noch denjenigen, der sie angenommen hat, vor allem, wenn er sie ohne den Gedanken an eine Erwiderung annimmt», schreibt Marcel Mauss in seinem berühmten Essay über «Die Gabe». Dort hatte er die soziale Funktion streng geregelter Bräuche des Schenkens und Erwiderns von Geschenken in archaischen Gesellschaften untersucht. Der von ihm analysierte Austausch von Gaben ist dabei nicht eine Vorform des Warentauschs,...
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Wer stiftet, exponiert sich und erntet nicht nur Ansehen und Dankbarkeit. Warum es sich trotzdem auszahlt.
Von Monique Bär

Monique Bär, photographiert von Giorgio von Arb.

Ist es nicht ganz einfach normal, wenn jemand, der etwas hat, auch etwas gibt? Darf man über ein Thema wie Grosszügigkeit sprechen, wenn man – als Stifterin – quasi selbst davon betroffen ist? Sollte man dies nicht besser der Wissenschaft oder den anderen überlassen? Ich gebe zu, mir gefällt die Vorsilbe «Gross» nicht. Sie passt nicht zur Bedeutung dieses Wortes, wie ich sie verstehe. Im Lexikon heisst es, zur «Grosszügigkeit»...
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Um die Philanthropie findet eine Art ewiger Kulturkampf statt. Was kann Wohltätigkeit angesichts eines zunehmend umfassenden Rechts- und Sozialstaats noch leisten? Zeit für eine nüchterne Analyse.
Von Katja Gentinetta, Heike Scholten

Heike Scholten und Katja Gentinetta, photographiert von Benjamin Hofer.

Menschenfreundlichkeit, Menschenliebe, Wohltätigkeit – auf diese Bedeutungen geht der Begriff der Philanthropie in seinem Ursprung zurück. Philanthropie verströmt eine gewisse Noblesse, eine edle Güte. Diese kommt aber nicht überall gleich gut an, da sie – je nach Perspektive – auch mit Herablassung oder zumindest unverdienter Privilegierung assoziiert wird. Entsprechend dünn fällt das Wortprofil in der deutschen Sprache aus: Zusammen mit dem...
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Nur die wenigsten Stiftungen sind gross und vermögend. Viel häufiger stehen Stiftungsräte vor der Herausforderung, den gemeinnützigen Zweck mit knappsten Ressourcen zu erfüllen. Aber: genau diese Stiftungen sind Garanten für gesellschaftliche Vielfalt.
Von Georg von Schnurbein
Stiftungen blicken auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Schon in der Antike wurden Stiftungen zum Unterhalt von Denkmälern für einzelne Personen errichtet. Im Mittelalter wurden mit Stiftungen Armenhäuser, Spitäler und Waisenheime unterstützt, um das eigene Seelenheil zu fördern. Und in der Neuzeit dienten Stiftungen dem sozialen Aufstieg in der neu entstehenden Bürgergesellschaft. Die meisten dieser Stiftungen gestern und heute waren nicht... » Mehr
Während alle Welt von der «Shared Economy» redet, hadert der Gemeinnützigkeitssektor weiterhin mit der Idee. Dabei ist klar: die Schweiz hat nicht zu wenige Stiftungen, sondern zu wenig effizient vernetzte.
Von Goran Studen
In einer genossenschaftlichen Wohnung leben, Car-Sharing praktizieren und im Ortsverein aktives Mitglied sein – für viele von uns eine Selbstverständlichkeit. Die Idee, gemeinsam mehr erreichen zu können als alleine, begleitet uns Menschen seit jeher. Selbst in der bisweilen unbarmherzigen Logik der Betriebswirtschaft sehen wir immer häufiger sogenannte «Shared Economy»-Ansätze verwirklicht. Was liegt also näher als die Vermutung, gerade der... » Mehr
Von
Stiftungsgrössen
 Die Klassifizierung nach der Grösse des Stiftungsvermögens erfolgt anhand des liquiden Vermögens (Anlagevermögen), nicht aber des illiquiden, unveräusserlichen Vermögens: kleine Stiftungen (Vermögen bis CHF 10 Mio.), mittelgrosse Stiftungen (CHF 10 – 50 Mio.), grosse Stiftungen (ab CHF 50 Mio.).
 
Unselbständige Stiftung
 Eine Stiftung wird als unselbständig bezeichnet, wenn sie keine eigene... » Mehr
Viele kleine und mittlere Stiftungen stehen vor grossen Herausforderungen: Im Tiefzinsumfeld schwinden die Renditen, mit denen sie ihre Tätigkeiten finanzieren müssen. Was tun?
Von Peter Spinnler
Im vergangenen Jahr hat der «Tages-Anzeiger» unter dem Titel «Tiefe Zinsen: Stiftungen in Not» über die Schwierigkeiten von Förderstiftungen berichtet, von ihrem überwiegend in festverzinslichen Anlagen investierten Stiftungsvermögen noch eine hinreichende Rendite – zwecks Finanzierung ihres Förderziels – zu erwirtschaften. Allgemein bekannt ist, dass die deutliche Mehrheit der gemeinnützigen Stiftungen in der Schweiz eine... » Mehr
Wie Dachstiftungen die Hemmschwellen des philanthropischen Engagements senken. Erfahrungen aus der Praxis.
Von Matthias von Orelli

Matthias von Orelli, photographiert von Dominik Golob.

Lori Dinkel wurde 1923 in eine einfache Basler Handwerkerfamilie hineingeboren. Der wissbegierigen Vielleserin blieb ein Studium aus ökonomischen Gründen verwehrt, im damaligen Pharmaunternehmen Sandoz arbeitete sie sich von der Sekretärin zur Dokumentationschefin empor und erhielt als erste Frau des Konzerns die Prokura. Die Heirat mit dem Chemiker Karl Lutz ging sie erst im reifen Alter ein. Andere Menschen darin zu unterstützen, was sie sich hatte hart erkämpfen...
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Im Gravitationsfeld von Banken tummeln sich viele gemeinnützige Stiftungen. Dabei haben gewinnorientierte, kompetitive Finanzdienstleister keine genuin philanthropische Haltung, auch keine Programmatik des gemeinnützigen Handelns. Eine Streitschrift.
Von Philipp Egger

Banquiers zählten zu den Pionieren der Philanthropie in der Schweiz, der «Alte Rotbergerhof» an der Basler Rittergasse zeugt davon: Die Liegenschaft wurde 1849 von der dritten Teilhabergeneration der 1787 gegründeten La Roche Privatbank übernommen und als Bankhaus eingerichtet. Photo: Christoph Läser.

In der Schweiz treten seit etwa zwei Jahrzehnten von Banken und anderen Finanzdienstleistern gegründete Dachstiftungen mit grossen PR-Budgets an, um ihre Dienste als Philanthropie-Hubs vermögenden Kunden anzubieten. Statt eine eigene Stiftung zu gründen, so ihre Argumentation, sei das zu widmende Vermögen viel besser im Rahmen der jeweiligen Bankenstiftung aufgehoben. Dabei geniessen sie, wie andere gemeinnützige Stiftungen auch, steuerliche Privilegien. Wenn allerdings...
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Gregor Szyndler trifft René Frauchiger
Von Gregor Szyndler

René Frauchiger, photographiert von Gregor Szyndler.

«What brings you to Liverpool?», fragt der polnische Rezeptionist Pawel, der sich meinen etwas unwegsamen Nachnamen problemlos diktieren lässt, bei René Frauchiger aber die ID zum Abschreiben braucht. – «The Beatles», antworte ich. – «The Who?», witzelt Pawel, in Personalien vertieft. Apropos: René Frauchiger ist ein Studienkollege, Mitgründer und -herausgeber des Literaturmagazins «Das Narr» und Autor. Nach...
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