Schweizer Monat
zurWebseite
Die ökonomische Forschung dürfe sich nicht mit Annahmen begnügen, sagt Dina Pomeranz – gerade wenn es um staatliche Programme geht.
Von Olivia Kühni, Dina Pomeranz

Dina Pomeranz, photographiert von Suzanne Schwiertz.

Auch Finanzminister folgen saisonalen Trends und Moden. Eine, die sich in den letzten Jahren rasant verbreitet hat, ist die Mehrwertsteuer. 47 Staaten kannten sie 1990, heute sind es mehr als 140. Diesen Frühling sprangen gar die sonst chronisch steuerresistenten Vereinigten Arabischen Emirate auf, zumindest rhetorisch: das Finanzministerium kündigte an, gemeinsam mit Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, Bahrain und Oman bald Mehrwertsteuern einzuziehen. Die VAT, wie sie international heisst,...
» Mehr
An manchen Ideen hängen wir wie an liebgewonnenen Dingen. Nostalgie hat aber in der Wissenschaft nichts zu suchen.
Von David Iselin

Mit einer Reisegeschwindigkeit von 2,02 Mach gelang es 1985 dank der Concorde erstmals, einen Musiker diesseits und jenseits des Atlantiks auftreten zu lassen: Phil Collins. Wäre der Betrieb des Überschallflugzeugs schon früher eingestellt worden, hätte man sich beides sparen können: den Höhenflug der britischen und französischen Investitionen aus Staatsgeldern – und ja, den singenden Schlagzeuger. Bild: Concorde im Auto- & Technikmuseum Sinsheim, photographiert von jvinuk / SW / CC BY-SA 2.0.

Vor kurzem erzählte mir ein Freund folgende Begebenheit: Überraschend war er zum fünfzigsten Geburtstag eines Schulfreundes eingeladen worden. Er hatte diesen in den letzten Jahren nur noch sporadisch gesehen und wusste kaum etwas über dessen Lebensumstände – ausser dass er Kinder hatte und nicht sonderlich glücklich verheiratet war. Dennoch nahm er die Einladung umstandslos an. Aus Nostalgie und dem Gefühl einer gewissen sozialen Verpflichtung...
» Mehr
Die Ökonomie wendet sich von Modellen ab und der Wirklichkeit zu – mit bemerkenswerten Folgen.
Von Olivia Kühni
«Öffentliche Meinungen über Themen, die dem Verstand schwer zugänglich sind, sind oft richtig, aber selten oder nie die ganze Wahrheit.» – John Stuart Mill
Der Wandel ist dramatisch. So dramatisch, dass ihn Journalisten, Politiker und Bürger in seinem ganzen Ausmass erst zu erahnen beginnen: Die Ökonomie ist auf dem Weg, eine völlig neue Disziplin zu werden. Und was sie herausfindet, so Bloomberg-Kolumnist Noah Smith, «ist teilweise... » Mehr
Fotoreportage von Alex Kühni
Von Serena Jung, Alex Kühni

Bombardierung einer ISIS-Stellung im Norden Iraks, 2015, photographiert von Alex Kühni.

 
Es war 2014, als in der Al-Nuri-Moschee das «Kalifat des Islamischen Staates» ausgerufen wurde. In diesem Moment beschloss Alex Kühni, gerade in Kambodscha, nach Mossul zu reisen – sobald dies möglich sein würde.  
Es dauerte, bis er sich eingelesen und alle Papiere beieinander hatte – und im August 2015 erstmals im Nordirak eintraf. Sechsmal hat Kühni seither den Weg auf sich genommen, mit jedem Mal kam er der «Hochburg des...
» Mehr
Über das politische Vermächtnis der abtretenden Generation.
Von Daniel Müller-Jentsch, Michael Wiederstein, Michael Hermann

Michael Hermann, zvg.

Die gesellschaftliche Bedeutung der Babyboomer verdankt sich nicht nur der Grösse ihrer Kohorte, sondern auch der Tatsache, dass sie von ihrer Sozialisation und ihrem Selbstverständnis her eine recht homogene Generation sind. Woran liegt das?Die Babyboomer hatten und haben ein starkes Generationsbewusstsein. Während man heute Buchstaben erfinden muss, um eine Generation festzumachen – Generation X oder Y –, haben die Babyboomer ihre spezifischen Eigenschaften und eine...
» Mehr
Wir sind reicher, gesünder und werden älter als alle unsere Vorfahren. Das muss endlich Auswirkungen auf unsere Lebensarbeitszeit haben. Ein Plädoyer.
Von Rudolf Wehrli
Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit gab es eine Epoche, in der so viele Menschen so gesund und finanziell so abgesichert so alt geworden sind. Nie konnten deshalb so viele Menschen nach Ausbildung und Berufstätigkeit einen langen dritten Lebensabschnitt unbeschwert und von vielerlei Aktivitäten erfüllt geniessen. Wer diesen Lebensabschnitt in der Vergangenheit überhaupt erreichte, sah sich in der Regel mit Krankheit, körperlichen Beschwerden aller Art und nicht... » Mehr
Warum die ewig Jungen leise abtreten.
Von Thomas Held

Wohlstand, Rente und Vorsorge: Halbvoll oder halbleer? Ziemlich egal, wenn alle kräftig ziehen – aber niemand nachfüllt. Illustration: Rahel Hediger.

Das demographische Ausscheiden der Babyboomer lässt sich nicht länger verdrängen: Die Todesanzeigen von Zeitgenossen und aus dem Bekanntenkreis werden zahlreicher. Und sie gehen näher.
Von einem Zapfenstreich der Babyboomer allerdings kann keine Rede sein. Der beginnende «Schichtwechsel» im demographischen Gefüge zeichnet sich nämlich vor allem dadurch aus, dass der Abschied meiner Generation ohne erkennbare generationale Manifestation oder...
» Mehr
Es ist eine der zentralen Aufgaben von Hochschulen, Wissen von älteren zu jüngeren Generationen weiterzugeben. Was können Wirtschaft und Gesellschaft davon lernen?
Von Lino Guzzella

Lino Guzzella, photographiert von Suzanne Schwiertz.

Eine Hochschule wie die ETH ist auf generationenübergreifenden Wissenstransfer und ständiges Dazulernen angelegt. Eine ihrer zentralen Aufgaben ist es, neues Wissen in Gesellschaft und Wirtschaft zu tragen – gleichsam aber auch Rückmeldungen und Hinweise aufzunehmen und zu verarbeiten. Mitarbeitende, egal ob in Forschung, Lehre oder Management, sind angehalten, die Wissensproduktion immer wieder zu beleben. Dazu tragen u.a. Sabbatical-Aufenthalte bei, die nicht nur...
» Mehr
Warum der Umbau der Vorsorgesysteme dringend und eine Diskussion über die künftige Organisation der Alterspflege notwendig ist.
Von Jérôme Cosandey

Schon heute ein Balanceakt: die Altersvorsorge zulasten der Jungen. Illustration: Rahel Hediger.

Die erste Säule der Altersvorsorge (AHV) und die obligatorische Krankenversicherung sind Grundpfeiler der sozialen Sicherheit in der Schweiz. 2014 beanspruchten die beiden Versicherungen 44 Prozent aller Sozialausgaben, ihre Leistungen sind gesetzlich verankert und damit auch künftig vorgegeben. Allerdings: diese Leistungsversprechen werden nicht vorfinanziert, sondern müssen durch künftige Generationen sichergestellt werden. Was bedeutet das?
In der AHV finanzieren die...
» Mehr
Über die kommende Generation, ihr angetretenes Erbe und das, was wir ihr als «Bildung» verkauft haben.
Von Adolf Muschg
Man merkt den Weltmaschinen des digitalen Zeitalters immer wieder an, dass ihre Grundlage primitiv ist. Sie beruht auf 0-1-Entscheidungen des Silikonkristalls, die ein fabelhaftes Werkzeug mit minimaler Energie unbegrenzt hochrechnen kann. «Und?», hätte Nietzsche gefragt. Für ihn hätte die unbeschränkte Quantifizierbarkeit beliebiger Grössen mit einer Kulturtechnik so viel zu tun wie die statistische Lebenserwartung mit einem persönlichen Tod.... » Mehr
Der kalifornische Fahrtenvermittler provoziert einen Skandal nach dem anderen. Warum er trotzdem begeistert.
Von Sarah Pines

Lichter der Grossstadt – und auf jeder Rückbank der blasse Schein einer Google-Map im Echtzeitmodus. Bild: fotolia.

In dem Roman «Per Anhalter durch die Galaxis» (1978) von Douglas Adams muss die Erde der Umgehungsstrasse einer ausserirdischen Population (weisse Mäuse) weichen, Autos und Autofahren werden fortan Lebensform. Die geordnete Alltagswelt, plötzlich überschwemmt von Autos mit seltsamen Wesen drin, zum Beispiel Uber-Fahrer und ihre Gäste: In New York ist es Abend und auf dem Rücksitz eines Toyota Prius lackiert sich die Frau, die Tiffany heisst, im Dunklen die...
» Mehr
Nicht die familiäre Herkunft oder das Geschlecht bestimmen angeblich über unsere gesellschaftliche Position, sondern einzig und allein die Leistung. Von wegen.
Von Barbara Zimmermann

Hinter dem Vorhang spielt die Gleichberechtigung – die Studie von Goldin und Rouse zeigt, wie sich der Frauenanteil in Orchestern erhöht, wenn das Vorspiel anonym verläuft. Bild: fotolia.

Es ist noch keine 30 Jahre her, dass Männer von Gesetzes wegen bestimmen durften, ob ihre Ehefrauen eine bezahlte Erwerbstätigkeit annehmen dürfen oder nicht. Inzwischen haben Frauen formal weitgehend die gleichen Rechte wie Männer. Trotz dieser Fortschritte sind wir aber bis heute von tatsächlicher Gleichstellung weit entfernt – viele Frauen verdienen weniger als Männer in denselben Positionen, sie sind auch in den Chefetagen untervertreten. Welche Ursachen...
» Mehr
Sonderpublikation: Von der «immer engeren Union» zum «Europa der Clubs»
Von Michael Wohlgemuth
An spektakulären Ideen für die Zukunft der Europäischen Union mangelte es in den letzten Jahren nicht. Woran es haperte, war vielmehr der politische Wille, sich mit den diagnostizierten Fehljustierungen innerhalb des komplizierten Gebildes EU ernsthaft auseinanderzusetzen. Manche dieser Konstruktionsfehler haben – heute für jedermann ersichtlich – der Union, einzelnen Mitgliedsländern und der Idee des europäischen Zusammenhalts gewichtige Schäden...
» Mehr
Die hochtechnisierte Welt lässt von paradiesischen Zeiten träumen, die den Menschen von lästiger Arbeit befreien. Was aber, wenn die Technik auf den Menschen übergreift?
Von Steve Fuller
Noch existiert keine eindeutige Definition des Begriffs «Transhumanismus». Weit gefasst versteht man darunter die Idee, die menschliche Spezies einer radikalen technischen Umgestaltung zu unterziehen – so wie unsere physische Umwelt bereits zu einer hochtechnisierten geworden ist. Es soll hier das Verhältnis von Transhumanismus und Kapitalismus untersucht und ein Ausblick gewagt werden, was es bedeuten würde, eine Person in einer solchen Welt zu sein.
Menschen und... » Mehr
Die Ausgaben des «Schweizer Monats» werden von einem eingeladenen Gast beurteilt. Im Sinne der Transparenz veröffentlichen wir die Essenz der Blattkritik jeweils online.
Von Gaudenz Looser, Edith Hollenstein, Peter Hartmeier

Schweizer Monat / Ausgabe 1045April 2017
Von Peter Hartmeier
1. Ausgangslage / Kriterien der Blattkritik
Wenn ich diese Publikation lese, will ich mit neuen Gedanken, mit bisher unbekannten Ideen und überraschenden Einfällen konfrontiert werden. Da das Heft in der Unterzeile als «Autorenzeitschrift» firmiert, will ich starken, eigenständigen publizistischen Persönlichkeiten begegnen. Für eine Leistung, die diesen Kriterien entspricht, bin ich bereit, 22... » Mehr
Von Niko Stoifberg, Christina Baeriswyl
Dein Entwurf für das Leitbild gefällt mir, Henrik. Aber streich doch noch die Floskeln raus, zum Beispiel «Der Mensch steht im Mittelpunkt»....
» Mehr
© 2011 Copyright by Schweizer Monat.  |  Design by JANUAR Designbureau  |  Programming by ibrows.ch