Schweizer Monat
zurWebseite
Ein Essay.
Von Sibylle Lewitscharoff

Sibylle Lewitscharoff, photographiert von Annick Ramp / NZZ.

Ja, ja und nochmals ja, es ist ein Segen, dass Frauen inzwischen in grosser Zahl in gesellschaftlich anerkannte Berufe vordringen; es ist ein ebensolcher Segen, dass sich Homosexuelle frei zu ihrer Liebe bekennen dürfen, ohne dafür gesellschaftliche Nachteile befürchten zu müssen. Dass die seit Jahrzehnten erhobene Forderung «Gleicher Lohn für gleiche Arbeit» noch immer nicht flächendeckend durchgesetzt werden konnte, ist hingegen ein Skandal. Dass...
» Mehr
Die Debatten über politische Korrektheit haben groteske Züge angenommen: Der Begriff ist allgegenwärtig, seine Bedeutung aber völlig unklar. Eine Richtigstellung.
Von Jörg Scheller

Jörg Scheller, photographiert von Annick Ramp / NZZ.

«Politische Korrektheit» ist zu einem ideologischen Kampfbegriff geworden. Als rhetorische Keule dient er vornehmlich dazu, rationale Diskurse und sachliche Auseinandersetzungen zu umgehen. Passt etwas nicht ins eigene Weltbild, fühlt sich etwas nicht richtig an, bereitet etwas gar Verständnisschwierigkeiten, ruft man empört: «Das ist doch wieder nur der Tugendterror der politischen Korrektheit!» Die Diskussion ist damit oft beendet, denn die...
» Mehr
Viele Auswüchse des Gutgemeinten mögen auf den ersten Blick erheiternd sein. Am Schluss geht es aber um Freiheit und Diskussionskultur.
Von Claudia Wirz

Claudia Wirz, photographiert von Thomas Burla.

Eine Reise ins Reich der politischen Korrektheit ist ein bisschen wie ein Tauchgang im Roten Meer. Wohin man nur blickt, herrscht ein buntes und üppiges Treiben, eine blühende und wimmelnde Artenvielfalt – nur eben leider nicht von allerlei Fischen und Korallen, sondern von Tabus und Denkverboten. Im Unterschied zu all dem Meeresgetier ist die politische Korrektheit leider auch alles andere als bedroht. Sie steht in voller Pracht. Sie ist ausserdem ein steter Quell der...
» Mehr
Der verbissene Kampf, der aktuell in den sozialen Netzwerken ausgetragen wird, ist der Debatte über gesellschaftliche Normen und ihre Veränderung nicht zuträglich.
Von Michel Rudin

Michel Rudin, zvg.

Ein jeder von uns musste als Kind mühsam erlernen, nach welchen Regeln unser Zusammenleben mit anderen stattfindet. Wir erlernen Anreden und Umgangsformen, Bräuche, Rituale, Sprachen und Sprachnuancen, wir lernen zu unterscheiden, zu argumentieren, wir lernen bestenfalls sogar Humor. Und auch wenn dieser Prozess nie abgeschlossen ist, so gibt es doch viele Regeln, an die sich die meisten von uns einfach halten. Als banales Beispiel sei hier etwa das Händeschütteln in der...
» Mehr

Während des Schlafs reorganisiert und bildet sich das Gedächtnis. Wer ausreichend und gut schläft, fördert damit nicht nur die Gedächtnisbildung, sondern erhöht auch die kognitive Leistungsfähigkeit.
Von Jan Born

Schlafend lernen? Ob Vokabeln, Texte oder Jonglierfertigkeiten – wir können uns Gelerntes auch längerfristig besser merken, wenn wir nach dem Lernen schlafen. Bild: SBB-Nachtzug Zürich – Genf, ETH-Bibliothek Zürich, Comet Photo AG (Zürich) / Com_M01-0074-0001 / CC BY-SA 4.0.

Dass guter Schlaf mit besseren kognitiven Leistungen einschliesslich Gedächtnisleistungen einhergeht, ist eine Volksweisheit, die zu mitunter eigentümlichen Ratschlägen führte, wie zum Beispiel, das Lehrbuch vor Prüfungen unter das Kopfkissen zu legen. Wissenschaftlich betrachtet führt die Frage «Bildet Schlaf Gedächtnis?» unweigerlich zu den letztlich philosophisch verwurzelten, grundlegenden Fragen der Psychologie, nämlich denen nach dem...
» Mehr
Die Libertären haben recht: Kern der liberalen Idee ist das anarchistisch inspirierte Konzept einer freiheitlichen Ordnung des Gemeinwesens. Steuern und Zwangsabgaben gehören aus moralphilosophischen Gründen nicht dazu.
Von Werner Kieser

Werner Kieser, zvg.

Eine düstere Kneipe, Zigarrenrauch, laute Diskussionen bei Wein und Bier. Es geht um Gott, den Staat, Steuern und Zensur. Alle will man abschaffen. Aktionen werden geplant, Ideologien entwickelt und zerrissen, Utopien verkündet und diskutiert. Wo befinden wir uns? In der Stammbeiz der «Libertären», die im Vorfeld der No-Billag-Initiative medial zur «Gefahr»1 für die Schweiz hochgeschrieben wurden?
Nein, aber bei ihren geistigen Vorvätern, ohne...
» Mehr
Kurzgeschichte von Stefanie Seddon
Aus dem Englischen übersetzt von Anna-Christin Kramer
Mit Illustrationen von Maurice Pierse
Von Stefanie Seddon
Das war der Tag, an dem ich lernte, dass man niemals die Finger aus dem Maul eines Aals ziehen sollte, egal ob lebendig oder tot. Nicht, wenn man hinterher noch Haut übrighaben wollte, um ihn nach Hause zu tragen, und ganz besonders nicht bei einem Blankaal von zehn Kilo.
Ich schwöre, ich war für den Fang verantwortlich, ich ganz allein. Wir waren unten an der Brücke, um Manuka für die Aalruten zu schneiden. Ich hatte so lange gebettelt, Ted und die Zwillinge begleiten...
» Mehr

Freie Sicht
Von Christian P. Hoffmann
Nun also doch. Nachdem die grosse Steuerreform in manch bürgerlichen Kreisen hatte Hoffnungen aufkeimen lassen, der notorisch wankelmütige und undurchschaubare US-Präsident könne zu einer vernunftorientierten Politik verleitet werden, entschied Donald Trump kurzerhand: Importzölle für Stahl und Aluminium müssen her. Er habe schliesslich amerikanischen Industriearbeitern seinen Schutz versprochen, und überhaupt: die günstigen Importe aus Asien und... » Mehr
Der Innovationsbegriff ist am Ende. Zeit für einen besseren!
Von Wolf Lotter

Leben wie ein Fabrikarbeiter: auch heute noch organisieren sich viele Menschen im Kollektiv und halten sich an Routinen und Normen aus Zeiten der Industriegesellschaft. Was aber die digitale Wissensgesellschaft statt geballter Arbeitskraft braucht, ist Einfallsreichtum. Bild: Montageraum für Rundfunkempfänger, ETH-Bibliothek Zürich, Unbekannt / Ans_05433-038-AL-FL / Public Domain Mark.

Wer heute nicht innovativ ist, dem geht es schlecht – so schlecht, dass man sich fragen muss, ob ihm überhaupt noch zu helfen ist. In Zeiten, in denen viele Manager und Politiker, Medienleute und Soziologen vor lauter «Digitalisierung» und damit zusammenhängender, herausposaunter «Innovation» kaum noch laufen können, stellt niemand mehr die eigentlich wichtige Frage: Reden diese Leute tatsächlich von Innovation? Also von Erneuerung?
Nein, sie...
» Mehr

Die Risiken eines Zinsanstiegs für einzelne, stark verschuldete Staaten der Eurozone sind hoch – darüber kann auch die aktuell positive Gesamtwirtschaftsentwicklung nicht hinwegtäuschen. Wo liegen die Gefahrenherde?
Von Lars P. Feld
Europa sieht Licht am Ende des Tunnels: Die Wirtschaft der Eurozone entwickelt sich sehr ordentlich. Das Wirtschaftswachstum wird im Jahr 2018 wohl erneut bei 2,3 Prozent liegen. Für das Jahr 2019 kann man auf eine ähnliche Entwicklung hoffen. Dies liegt nicht nur an der starken deutschen Volkswirtschaft, die sich in der Hochkonjunktur befindet. In fast allen Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion (EWU) ist das Wirtschaftswachstum kräftig, zuvorderst in Irland... » Mehr
Die bisherige Politik der Nationalbanken basiert auf der Deutung der Wirtschaft als kenntliches und beherrschbares System. Sie könnte uns teuer zu stehen kommen.
Von William White

William White, zvg.

Es heisst, dass alles mit dem Rückgang der US-Immobilienpreise Ende 2005 begonnen habe. Die dadurch ausgelöste Finanzkrise in den USA, so die populäre Lesart, habe in der Folge viele weitere Teile der Weltwirtschaft angesteckt und eine globale Wirtschaftskrise ausgelöst. Aber: das kann so nicht stimmen. Die Dauer und das Ausmass der Krise und ihrer Folgen können nicht allein durch den Prozess des «Ansteckens» erklärt werden. Vielmehr hatten sich im...
» Mehr
Die Europäische Zentralbank ist von lauter «Zombies» aus Privatwirtschaft und Finanzindustrie umzingelt, die sie selbst am Leben gehalten hat. Steigen die Zinsen, finden die Zombies zwar ihre Ruhe – für Gesellschaft und Politik dürfte aber das Gegenteil gelten.
Von Gunther Schnabl
Zehn Jahre nach Ausbruch der globalen Finanzkrise läuft die Konjunktur in den Industrieländern wieder rund. Die Aktienmärkte boomen und die Arbeitslosenzahlen sinken, so dass der Ausstieg aus den äusserst lockeren Geldpolitiken ansteht. Über mehr als 30 Jahre hinweg haben die Zentralbanken ihre Zinsen auf ein historisch niedriges Niveau gesenkt (Abb. 1a) und durch umfangreiche Ankäufe von Staats- und Unternehmensanleihen ihre Bilanzen ausgeweitet (Abb. 1b). Nun soll... » Mehr

Die Ausgaben des «Schweizer Monats» werden von einem eingeladenen Gast beurteilt. Im Sinne der Transparenz veröffentlichen wir die Essenz der Blattkritik jeweils online.
Von Gaudenz Looser, Edith Hollenstein, Peter Hartmeier, Sven Millischer, Manuela Stier, Lucia Waldner, David Fehr, Elisabeth Schoch, Rico Bandle, Claudia Wirz, Peter Blunschi, Anna Jikhareva
Schweizer Monat / Ausgabe 1054März 2018
Von Anna Jikhareva
Zu Beginn muss ich vielleicht eines vornewegschicken: Ich bin keine Leserin des «Schweizer Monats» und habe versucht, unvoreingenommen an die Lektüre zu gehen, sie vor allem nach journalistischen Kriterien zu beurteilen.
Um meinen Gesamteindruck vorwegzunehmen: Der «Schweizer Monat» hat mich im Grossen und Ganzen positiv überrascht – sowohl in der Aufmachung als auch im Inhalt.
Vielleicht...
» Mehr
Von Niko Stoifberg, Christina Baeriswyl
Wir wollen in die Zukunft investieren. Haben Sie Erfahrung in dem Bereich?...
» Mehr
© 2011 Copyright by Schweizer Monat.  |  Design by JANUAR Designbureau  |  Programming by ibrows.ch